Wenn die Macht am 4.Mai kommt

1997 entstand mit dem Altavista Babelfish der erste Übersetzungsdienst im Netz. Er sollte nicht nur einzelne Worte,  sondern ganze Sätze übersetzen können. Das mit der Grammatik hatte jedoch so seine Tücken und lief nicht rund. Wenn statt Spaghetti „Isolationsschlauch mit gehacktes Fleisch Soße“ auf der Speisekarte steht, dann hat der Übersetzer aus dem Netz mal wieder zugeschlagen. So etwas wäre einem staatlich geprüften Übersetzer sicherlich nicht passiert. Nur, warum schaffen es die Programme im WWW aus Hartweizengrieß-Teigwaren eine dämmende Röhre aus dem Baumarkt zu machen? Die ersten automatisierten Übersetzungsdienste konnten von Deutsch oder Italienisch nur in eine Sprache übersetzen: ins weiterlesen

Nichts da optimal, es geht immer noch besser

„Willst Du mich heiraten?“ Kürzer kann ein Mann das nicht fragen, ohne daraus einen Befehl zu machen. Gut, Frauen wünschen sich mehr als vier Worte, sie wollen, dass dieser Moment ausgiebig gedehnt wird, aber: unter dem Gesichtspunkt der Optimierung sind vier Worte für einen Antrag das Nonplusultra. Besser geht’s nicht. Dem Internet täte so eine Rationalisierung auch nicht schlecht, schließlich sind die Leitungen doch recht oft verstopft. Es ist ja schon ärgerlich genug, wenn einem der Laptop auf dem Schoß mit seinem Akku die Oberschenkel verbrennt, aber viel ärgerlicher ist es, wenn man monatlich die Mörder-DSL-Leitung bezahlt, das Internet aber weiterlesen

NSA – Wir buchen, Sie fluchen

Dieses Grinsen! Der Mann präsentiert mir seine schlecht gemachten und wohl trotzdem sauteuren Dentalarbeiten mit der Gewissheit eines Siegers. „Verkauft“, denkt er, „diese Reise habe ich an den Mann gebracht.“ Ich unterschreibe den Vertrag in der Hoffnung, dass er sein Gebiss schließt während ich mich frage, bei welchem Schreiner sein Zahnarzt wohl die Ausbildung gemacht hat. Der Grinser übergibt mir die Reiseunterlagen, und ich muss stutzen: ein Zugticket von München nach Venedig, ein Voucher für den Campingplatz in Jesolo sowie eine Einverständniserklärung, dass die Behörden in den USA eine Kopie meines Reisepasses, meine Mails, alle meine Kontobewegungen und meine Fingerabdrücke weiterlesen

Bitte keine Werbung – oder doch?

Viele Menschen haben am Briefkasten einen dieser Aufkleber, die den vielen Prospektverteilern der Gegend mitteilen, dass diese sich den Einwurf an diesem Briefkasten sparen können. Auch wenn sich nicht wirklich alle daran halten: Schade, dass es solche Aufkleber nicht im Internet gibt, um SPAM im Mailpostfach und Werbefilmchen bei YouTube zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Obwohl, eigentlich gibt es die schon. SPAM-Filter sortieren Werbemails schon beim Eintreffen auf dem Server effektiv aus und so genannte Ad-Blocker umgehen dann sogar die unliebsamen Werbefilmchen beim Surfen im Netz – wobei manche Blocker manche Seiten beim Blocken „vergessen“. Werbeblocker sind natürlich all weiterlesen

Warnung: Dieser Text enthält verstörende Informationen

Immer öfter klebt irgendwo so ein absurder Warnhinweis. Achtung, dieses Messer ist scharf. Oder noch besser: die Warnung vor heißer Flüssigkeit auf den Kaffeebechern der Schnellrestaurants. Und nun sollen auch noch Bücher mit Warnhinweisen versehen werden. Kein Scherz, in Amerika wird das tatsächlich schon diskutiert. In den USA ist das Thema aber auch nicht neu, dort erhalten seit Jahren Kinofilme und Computerspiele entsprechende Hinweise. Selbst Musik-CDs sind nicht ausgenommen – insbesondere wenn Rapper anderen Rappern in Liedern Gewalt androhen. Der rote Aufkleber „Parental Advisory – Explicit Lyrics“ wurde schon bald zum Kult und neben den Schallplatten gibt es heute sogar weiterlesen

22 bitte 37

Kennen Sie das? Im Supermarkt ruft eine Stimme aus dem Lautsprecher unverständliche Zahlen. Das sind Codes. Einige davon stehen für Mitarbeiter, andere für Abteilungen oder Orte. Wenn die „1 an die 3“ gerufen wird, kann das schon mal der Filialleiter sein, der an Kasse Nr. 3 etwas stornieren soll. Ertönt „22 bitte 37“, wird der Ladendetektiv mit seinem Codewort 22 in die mit 37 bezeichnete Abteilung für Herrenoberbekleidung gerufen. Und wenn man hört „15 bitte die 7“ darf die arme Sau von Praktikant den Gang Nummer 7 wischen, wo ein trotteliger Kunde wieder die Gurkenglaspyramide umgeworfen hat. Da kann man weiterlesen

Facebook verkauft private Urlaubsbilder seiner Nutzer

Nutzen Sie Facebook? Haben Sie bei Facebook schon einmal ein Bild hochgeladen? Vielleicht eines, wo Sie am Strand liegen und bei Ihren Freunden angeben wollten, wie schön Sie es auf Malle haben? Wundern Sie sich nicht, wenn Sie sich plötzlich an diversen Bushaltestellen selbst von einer Werbetafel heraus anlächeln und für eine Salbe gegen Sonnenbrand werben. Das ist übrigens völlig legal, denn dem Szenario haben Sie bei der Erstellung ihres Facebook-Accounts zugestimmt. Facebook darf ohne Einschränkung alle Inhalte (das sind auch Bilder) der Nutzer verbreiten, vervielfältigen, wiedergeben oder andere Werke damit erzeugen. So steht es in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Übrigens weiterlesen

Wegwerfen ohne schlechtes Gewissen

Etwa 500 Kilogramm Müll erzeugt jeder Deutsche pro Jahr – Tendenz steigend. Der ganze Abfall enthält Schadstoffe ohne Ende und ein großer Teil Plastik verrottet erst gar nicht und landet über irgendwelche Umwege sogar in den tiefsten Tiefen des Pazifik und anderer Weltmeere. Das Internet fördert die Entstehung von Müll jetzt auch noch. Mit Wegwerf-Emailadressen. Das sind Emailadressen die man nur einmal nutzt und dann – schlimmes Wort – wegwirft, obwohl sie eigentlich noch gut zu gebrauchen wären. Dienste für Einmal-Email-Adressen gibt es Dutzende. Sie haben Namen wie spoofmail, trash-mail oder wegwerfemail. Wie bei gmx, web.de oder gmail kann man weiterlesen

Google verliert Teile seines Gehirns

Das unmöglich Geglaubte wird wahr, Google muss vergessen! Der europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Datenkrake nicht mehr bis zum Ende der Menschheit alles anzeigen darf, was sie über einen weiß. Wer einen Antrag stellt, kann dem Internet quasi einen kleinen Teil seines Gehirns entfernen. Auf den ersten Blick ein tolles Urteil und überall jubeln jetzt alle. Auf den zweiten Blick hingegen stimmt doch da was nicht. Sieht man das Urteil nämlich genauer an, stellt man fest, dass der klagende Spanier nur einen Teilerfolg errungen hat. Google (und übrigens alle anderen Suchmaschinen auch) dürfen eine Jahre zurückliegende Zwangsversteigerung seines Hauses weiterlesen

Und sie dreht sich doch …

… murmelte Galileo Galilei angeblich beim Verlassen des Inquisitionsgerichts in seinen Bart und gemeint hat er dabei die Erde, die eben doch nicht fest verankert ist. Selbst in unseren Smartphones gibt es bewegliche Teile – man mag es kaum glauben und ich rede dabei nicht von den Knöpfen für die Lautstärke. Ich rede vom Gyrosensor durch den wir in der Lage sind virtuelle Rennautos mit der Neigung des Telefons zu lenken. Aber: wie um alles in der Welt misst ein Chip einen Neigungswinkel? Ganz einfach, durch die Schwerkraft! Winzige stimmgabelähnliche Gebilde aus Silizium biegen sich durch die Beschleunigungskräfte beim Bewegen weiterlesen