Digitaler Pranger

Bis 2020 wird in China für jeden Bürger ein Punktekonto eingerichtet, das man durch anständige Tätigkeiten wie Müll sauber trennen oder freundlich für die Partei Fähnchen schwenken, auffüllen kann. Besonders effektiv für das Punktekonto sind ehrenamtliche Tätigkeiten wie Hausaufgabenbetreuung, aber auch Blut spenden erhöht den Score. Der Punktestand auf dem persönlichen Konto senkt sich hingegen, wenn man gegen Regeln verstößt. Das kann das achtlose Wegwerfen des Coffee-to-go-Bechers sein. Aber auch das Überqueren einer Fußgängerampel bei Rot. Wer ein prallvolles Punktekonto hat, bekommt Vorzüge vom Staat. Bessere Wohnungen oder bessere Arbeit. Natürlich sind auch Sanktionen vorgesehen, wenn jemand sich nicht so weiterlesen

Künstliche Kunst

Das Auktionshaus Christies hat nach dem Banksy-Bild, das sich ja selbst (teilweise) zerschreddert hat, nun das nächste ungewöhnliche Bild versteigert. Nicht ganz so aufsehenerregend wie „Girl with a balloon“, aber doch auch ein Meilenstein. Das Bild „Edmont de Belamy“ zeigt einen Mann. Er trägt dunkle Kleidung, ein heller Kragen umschmiegt seinen Hals. Es könnte aus den jungen Händen Rembrands stammen. Na ja, aus den sehr jungen Händen vielleicht. Es wirkt ein wenig unfertig. Tatsächlich ist das Bild auch nicht aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Es stammt aus dem Jetzt! Gemalt hat das Gemälde eine Künstliche Intelligenz (KI) mit den weiterlesen

Der Unmut der Eiterpickel

Die Firma Apple hat mit den aktuellen Softwareversionen auf iPhones und auch im Safari-Browser eine Anti-Tracking-Funktion eingeführt bzw. diese verbessert. Tracking bedeutet, dass die Online-Werbebranche weiß, wenn Sie auf der Webseite von WMF, Philips oder Severin nach Toastern gesucht haben. Sollten Sie dann im Web Nachrichten lesen, dann bekommen Sie dort – Überraschung! – Werbung für Toaster eingeblendet. Die bekannteste Methode, um Sie zu identifizieren dürften Cookies sein. Von denen hat wohl jeder schon gehört. Aber es gibt auch weitaus diffizilere Möglichkeiten, anhand derer man einen Internetnutzer identifizieren kann. Wenn Sie eine Webseite aufrufen, dann weiß der Server, welchen Browser weiterlesen

Stand jetzt … ist das so und bleibt das so.

Mitte Oktober ist bekannt geworden, dass Amazon bei der Auswahl von Bewerbern auf ein KI-System zurückgreift, also auf Künstliche Intelligenz (KI). Wie diverse Medien berichteten, war diese „Intelligenz“ frauenfeindlich. Offenbar erhält Amazon sehr viele Bewerbungen. Der Aufwand, diese alle durchzusehen und daraus potentielle Kandidaten auszuwählen und zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, scheint so groß gewesen zu sein, dass es sich lohnte, diesen Arbeitsgang einem Computer zu überlassen. Damit der Computer aus der Vielzahl an Bewerbern die Besten erkennen kann, muss es lernen, wie das geht. KI-Systeme beobachten dazu die Wirklichkeit, werten eine Vielzahl an bisher bekannten Datenquellen aus und eignen sie weiterlesen

Dummheit im Internet

Das Internet ist ein Freiraum der Gedanken und der Informationen. Die freie, offene Architektur des Internets erlaubt es heute jedem Menschen mit Zugang zu einem Online-Computer nahezu unendlich viele Informationen aus der ganzen Welt abzurufen. Kein anderes Medium ist in der Lage, innerhalb von Sekunden so viele Menschen zu erreichen und mit den neuesten Informationen zu versorgen. Selbst China schafft es nicht, alles zu zensieren und Menschen den Zugang zu offenen Nachrichten gänzlich zu versperren – nur erschweren. Der Stellenwert des Internet wird oft mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um 1450 verglichen. Eine Erfindung, die uns flächendeckende weiterlesen

Hatschi!

Immer wieder schreibe ich ja über meine liebe „Freundin“ Alexa, das Spracherkennungssystem von Amazon. Zugegeben, Alexa funktioniert technisch toll. Sie versteht Befehle deutlich besser als Siri oder Microsofts Cortana. Einzig Googles Spracherkennung kommt noch an Alexa ran. Na klar, es gibt auch immer mal wieder Fehler und Alexa sagt, sie hätte leider nicht verstanden, was ich meinte … obwohl ich überhaupt nichts gesagt habe und gerade an meiner Tasse Kaffee nuckele. Wahrscheinlich nuschele ich auch manchmal. Denn wenn ich mal heiser bin und meine Anweisungen eher räuspere als spreche, muss Alexa manchmal aufgeben und nachfragen, was ich meinte. Doch damit weiterlesen

Also sind Sie mir bitte nicht böse, aber …

Die Firma Alphabet Inc. aus Mountain View, Kalifornien macht jährlich einen Umsatz von über 100 Milliarden Dollar. Wenn Sie von Alphabet noch nie gehört haben, dann liegt das daran, dass es sich nur um eine Art Muttergesellschaft handelt. Alphabet tritt auf dem Markt kaum unter eigenem Namen bzw. Logo in Erscheinung. Unter dem Dach von Alphabet stecken aber ein paar der größten Firmen des Internets: YouTube zum Beispiel, GMail oder das Smartphone Betriebssystem Android. Ebenso findet sich dort der Hersteller von digitalen Heizungsthermometern und Überwachungskameras namens Nest, sowie – last but not least – die Suchmaschine Google. Alphabet wurde von weiterlesen

Was willst du eigentlich … wirklich?

Immer wieder höre und lese ich von den neuen großen Firmen, die eigentlich nichts besitzen aber trotzdem den großen Reibach machen. AirBnB ist der größte Zimmervermieter, hat aber keine eigenen Zimmer. Oder Uber, das größte Taxiunternehmen, das gar keine eigenen Taxis besitzt. In der Wertschöpfungskette einer Taxifahrt wollen Autohändler, Leasingfirmen, Werkstätten, Tankstellen, die Stadt als Geber der Taxilizenz, die Waschstraße und natürlich die Fahrer etwas verdienen. Was die Firmen der New Econmy machen, ist, dass sie aus dieser Kette so viele Mitverdiener wie möglich ausschalten und so den Preis massiv drücken. Das erhöht nicht nur den Gewinn, ein niedriger Preis weiterlesen

Filterkaffee statt USB-Sticks

Schon seit einigen Jahren höre ich Musik wieder mit Schallplatten (immer noch ganz großen Dank an meinen Bruder, der mir einen seiner Technics 1210er vermacht hat). Ich liebe das Kratzen von Vinyl und das „echte“ Geräusch der Musik. Aber auch das Suchen nach Schallplatten auf dem Flohmarkt ist für mich ein Genuss. Meine damals hunderte Alben umfassende Sammlung hatte ich ja irgendwann einmal weggeben … Arrrrggggghhhhhh. Damals dachte ich, dass CDs die Zukunft sind. Heute habe ich schon gar keinen CD-Player mehr im Haus. Also streife ich gerne Samstags über den Flohmarkt und kaufe mir langsam aber sicher die identische weiterlesen

Freie Fahrt, bitte!

Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit bin ich teilweise extrem viel unterwegs. Zwar versuche ich – wenn möglich – Abends noch nach Hause zu kommen, aber das gelingt natürlich nicht immer. Wenn ich bei einer Abendveranstaltung spreche oder am späten Nachmittag in der Lüneburger Heide, dann schaffe ich es meist nicht, den letzten Flieger oder die letzte Bahn zu erreichen. Und so kommen dann doch rund 50-60 Hotelübernachtungen im Jahr zusammen. In der Regel sind das klassische Business-Hotels mit vernünftigen Zimmern zu vernünftigen Preisen. Manchmal habe ich Glück, und eine Veranstaltung ist in einem First-Class-Hotel und der Veranstalter bucht mich dort ein. weiterlesen