NULL, aber nicht nichtig

Aus Spaß wurde Ernst, Ernst ist heute vier Jahre alt. Ein uralter Kalauer, den der Amerikaner Stephen Tartaro wahrscheinlich gar nicht kennt. Trotzdem kann er ein Lied davon singen, was gemeint ist, wenn aus Spaß zwar nicht ein Ernst, aber Ernst wird. Weil man in den USA ein Wunschkennzeichen mit mehr oder weniger frei wählbarem Text bestellen kann, hat der IT-Spezialist Ende 2016 aus Spaß ein Nummernschild bestellt, das so heißt, wie ein leerer Eintrag in einer Datenbank. Nämlich „NULL“. Tartaro hat schon damit gerechnet, dass es Probleme geben könnte, wenn in seinem Datensatz beim Kennzeichen das steht, was für weiterlesen

Laut ist out

Im April diesen Jahres hat das Parlament in Genf darüber beraten, ob und wie es Autoposer bestrafen kann. Also diejenigen Verkehrsteilnehmer, die bevorzugt zu späten Abendstunden mit aufgemotzten Autos röhrend und mit quietschenden Reifen an Bars oder Cafe vorbeidröhnen, um aufzufallen und die dadurch Anwohner aus dem Schlaf reißen. Dabei geht es dem Parlament gar nicht um das Bestrafen an sich, wenn die (vermeintlich) meist jungen Männer geradezu brunftähnlich ihr PS-Geweih zur Schau stellen. Es geht wohl eher darum, diese Typen auch zu erwischen. Denn: Laute Auspuffanlagen sind ebenso wie unnützes Hin- und Herfahren schon längst verboten. Letzteres wird in weiterlesen

Betreff: EILT!!!!!

Sehr geehrte Damen und Herren, in der Hauptstraße 17 brennt es lichterloh. Bitte kommen Sie schnell. Mit freundlichen Grüßen! Eine derartige E-Mail an die Feuerwehr würde niemand schreiben. Wenn es brennt, dann muss es schnell gehen. Und deshalb gibt es nicht umsonst die Notrufnummer 112. Sie und ihre Schwesternummer 110 feiern in diesen Tagen ein Jubiläum, sie werden 50. Jahre alt. Die 110 und die 112 wurden 1969 in mehreren Landkreisen Nordwürtembergs eingeführt. Bundesweit durchgesetzt hat die Notrufnummer der „Dickschädel“ eines Vaters, wie es der damalige Postminister Horst Ehmke 1972 sagte. Dieser „Dickschädel“ ist Siegfried Steiger. Er verlor 1969 seinen weiterlesen

Schwebendes Verfahren

Kann man in der Schwerelosigkeit überhaupt ein schweres Verbrechen verüben? Genau das ist offenbar gerade passiert. Anne McClain ist NASA-Astronautin und war das erste Halbjahr dieses Jahres auf der ISS. Ihr wird nun vorgeworfen, von dort oben, unerlaubt auf das Online-Banking-Konto ihrer Partnerin zugegriffen zu haben. Stimmt das, dann wäre das erste Verbrechen im Weltall doch tatsächlich ein Cybercrime! Anne McClain heiratete vor vier Jahren Summer Worden, mit der sie einen 4-jährigen Sohn großzieht. Wie das bei Ehen aber manchmal so ist, sie gehen in die Brüche und die zwei Frauen kämpfen nun beide einen Rosenkrieg um das Sorgerecht. Die weiterlesen

In weiser Voraussicht

Wissen Sie, wer die Brille erfunden hat? Sehen Sie! Das schauen Sie jetzt dumm aus der Wäsche. Dass Sie das nicht wissen, liegt daran, dass es niemand so richtig weiß. Irgendwann zwischen 1270 und 1290 muss es gewesen sein, schreibt Wikipedia. Aber wer es war, das ist nicht gesichert bekannt. Über die Jahrhunderte hat sich bei der Brille viel verändert. Von der plumpen Glaskugel zur Schriftvergrößerung hin zu perfekt auf die Sehstärke geschliffenen Linsen. Die Gläser wurden kratzfest, entspiegelt und leichter. Auch die Gestelle wandelten sich und sind heute oft nur wenige Gramm schwer und lassen sich teilweise sogar biegen weiterlesen

Schlechte Karten auf der Autobahn

Am Ende der Sommerferien ist es doch immer wieder das gleiche. Es gibt Stau, weil einfach zu viele Autos zur gleichen Zeit auf der gleichen Strecke fahren. Zumindest dachte ich, dass das der Grund ist. Bis jetzt. Wie ich nun selbst erfahren habe, gibt es auch noch einen weiteren Faktor, der zum Stau beitragen kann. Die deutsche Internetbank N26 nämlich. Das deutsche Startup Wunderkind N26 ist für so manchen Rückstau auf Kroatiens Autobahnausfahrten verantwortlich. Und zwar deshalb, weil sie ein Produkt anbieten, das hip ist und cool. Eine kostenlose Kreditkarte zu einem kostenlosen Konto nämlich. Im Gegensatz zu anderen Anbietern weiterlesen

Netzabdeckung im Leuchtturm

Niederlande, Ungarn, Litauen, Tschechien, Schweden, Belgien, Estland, Lettland, Spanien, Finnland, Dänemark, Kroatien, Luxemburg, Slowenien, Slowakei, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Österreich, Portugal, Bulgarien, Rumänien, Polen, Italien und Frankreich. All diese Länder sind besser als wir. All diese Länder haben in Europa eine bessere Netzabdeckung mit LTE als Deutschland. In all diesen Ländern können die Menschen also an mehr Orten über den auch 4G genannten LTE-Standard schneller mobil surfen, als hierzulande. Die Netzabdeckung der Spitzenreiter einer aktuellen Studie, USA, Japan und Südkorea, beträgt übrigens über 90%. Deutschlands liegt dem Speedcheck Mobilfunk Report 2019 zufolge bei nur rund 65%. Damit sind wir weltweit sogar weiterlesen

Verkaufsprovision

Im Verkauf liegt das Gehalt manchmal nur beim Mindestlohn und kann durch Verkaufsprovisionen erhöht werden. Wer viel verkauft, verdient viel … heißt es dann. Ist doch fair. Nun ja, eigentlich sind Provisionen nichts anderes, als das Geschäftsrisiko auf den Arbeitnehmer umzuwälzen. Unsere Freunde von Amazon haben im Bereich der Provision nun einen Weg eingeschlagen, den ich geradezu revolutionär finde. Ihre Provision besteht nicht aus Geld. Es geht hier um Amazons Tochterfirma „Ring“. Die stellt Überwachungskameras und Bewegungsmelder in Türspionen oder Türklingeln her, die mit dem heimischen WLAN und so auch mit dem Internet verbunden sind. Steht ein Paketbote vor der weiterlesen

Spitzengeschwindigkeit

32 Quadratmeter kosten in München mit etwas Glück um die 1.500€ Warmmiete. Das ist recht viel für eine kleine Wohnung, aber nichts im Vergleich zu 32 Quadratmeter Alufolie, die gerade im All umherfliegt. Unter dem Namen Light Sail 2 hat die Planetary Society gerade ein rund 7 Millionen Dollar teures Projekt am Fliegen. Light Sail sieht aus wie eine quadratisch ausgerollte Alufolie. Es soll eine Art Segel darstellen und beweisen, dass man ohne eigene Energie Raumschiffe auf extrem große Geschwindigkeiten bringen kann. Vom Prinzip her ist das eine ganz aufregende Idee. Da es im All ja keine Reibung gibt, die weiterlesen

Fehler 1202 und 15 Sekunden

Vor etwa 18.250 Tagen betrat der erste Mensch den Mond. 50 Jahre ist das her. Am 21.Juli 1969 sprang Neil Armstrong in den Staub des Erdtrabanten. Stolperfrei. Dafür schaffte er es, sich beim so lange eingeübten Satz „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit“ zu verhaspeln. Was kaum jemand weiß: Ohne zwei Menschen, Margaret Hamilton und Steve Bales, wäre Neil Armstrong nie dort angekommen. Zumindest nicht an diesem geschichtsträchtigen Tag vor einem halben Jahrhundert. Margaret Hamilton war Softwareentwicklerin am Charles Stark Draper Institute des MIT. Ursprünglich wollte sie nur Geld verdienen, damit ihr Mann sein weiterlesen