Mit einem Wisch ist gar nichts weg

Das Mülleimer-Symbol auf dem Desktop unserer Computer dient bekanntlich dem Löschen von Dateien. Mit der Maus werden nicht mehr benötigte Dokumente einfach entsorgt. Durchaus bekannt ist dabei die Tatsache, dass „in den Papierkorb gelegt“ keinesfalls „gelöscht“ bedeutet. Denn die Daten können jederzeit wieder aus dem Mistkübel entnommen werden. Ganz so wie bei einem echten Papierkorb unterm Schreibtisch, bevor dessen Inhalt von der Müllabfuhr abgeholt wurde. Doch selbst dann war es immer noch so, dass die Daten manchmal wiederherstellbar waren. Insbesondere bei älteren, drehenden Festplatten (keine SSD) und älteren Betriebssystemen (bzw. Dateisystemen) war das so. Hier wurden nämlich nicht die Daten weiterlesen

Fehlt was?

Jedes Jahr, wenn Apple oder Samsung neue Smartphone-Modelle auf den Markt bringen, stöhnen die Technik-Journalisten weltweit. Boah … wieder nichts Innovatives. Tatsächlich tut sich auf dem Handymarkt schon länger nichts Revolutionäres mehr. Und ehrlich gesagt, mir geht auch nichts ab. Ich vermisse nichts. Auch bei den Apps ist das so. Es gibt praktisch alles, was man sich so wünscht. Dachte ich jedenfalls, bis ich den Twitter-Account von Soren Iverson gefunden habe. Der Mann aus Kalifornien macht sich den Spaß, neue Funktionen für Smartphones zu erfinden. Stimmt zwar alles nicht, aber da sind sooo tolle Ideen dabei, dass ich mir ernsthaft weiterlesen

Das Yesterday von morgen

Der am häufigsten gecoverte Song der Welt ist „Yesterday“ von den Beatles. Nach dem gewaltsamen Tod von John Lennon 1980 war jedoch klar, dass die erfolgreichste Band der Musikgeschichte nach den geschätzt mehr als 600 Millionen verkauften Tonträgern kein weiteres Album mehr veröffentlichen kann. Das ändert sich nun. Paul McCartney hat bekannt gegeben, dass es einen neuen Beatles-Song geben wird. Mit der Stimme von John Lennon – durch Hilfe einer KI, einer künstlichen Intelligenz. Das neue Lied hat John Lennon tatsächlich kurz vor seinem Tod gesungen. Auf ein Demo-Tape, in scheußlicher Qualität mit vielen Hintergrundgeräuschen. Die KI soll seine Stimme weiterlesen

Ein Pferd hat wahrscheinlich keine Federn

In letzter Zeit werde ich sehr häufig gefragt, wie eine künstliche Intelligenz wie chatGPT eigentlich funktioniert. Den Menschen fällt auf, dass die Antworten, die chatGPT ihnen gibt, in den meisten Fällen unfassbar gut sind. Selbst auf so absurde Dinge wie „Schreibe einen biblischen Vers im Stile der König James Bibel, der erklärt, wie man ein Erdnussbutter-Sandwich aus einem Videorekorder entfernt.“ Auf der anderen Seite scheitert(e bis vor kurzem) chatGPT zum Teil an so banalen Dingen, wie „Schreibe Banane rückwärts“. Wie kann das sein? Zunächst einmal: chatGPT ist keine Wissensdatenbank. Es ist ein Sprachmodell, dass lediglich Wahrscheinlichkeiten von Wortfolgen berechnet hat. weiterlesen

Freude am Malen

Ganze 403 Gemälde hat Bob Ross zwischen 1983 und 1994 spät Abends im Fernsehen gemalt. Zu „The joy of painting“ bin ich dutzende Male eingeschlafen, wenn Bob mit seinem charakteristischen Lockenkopf den Pinsel schwang und Wasserfälle, Wolken, Sonnenuntergänge auf stillen Seen und Bäume (Tannen!) mit Ölfarben auf die Leinwand schmierte. Seine Bilder hatten für mich eine intensive Realität. Alles sah so echt aus. Heute, dreißig Jahre später, hat sich in Bezug auf die Realität von Bildern viel geändert.  Computerspiele sind heute so real, dass sogar einzelne Sequenzen aus Ballerspielen immer wieder mit Aufnahmen auf den Schlachtfeldern der Ukraine verwechselt werden. weiterlesen

Überwachte Kinderarbeit

Hätte jemand George Orwell gesagt, er solle in seinem Roman 1984 von den heute ganz normalen Verhältnissen mit Überwachungskameras in China oder praktisch jeder zivilisierten Großstadt schreiben, er hätte das vermutlich als völlig übertrieben abgetan. Die Überwachung von Plätzen, Gebäudeeingängen, Straßen, Bahnhöfen, Zügen, Trambahnen und Bussen hat seinen festen Platz in der Gesellschaft. Die wenigsten regen sich darüber auf. Ich habe sogar selbst ein paar Kameras, die ich manchmal raushole, um damit aus der Ferne alles im Blick zu haben. Damit beobachte ich zum Beispiel meine Wohnung, wenn ich im Urlaub bin. Oder die Fahrräder im Garten, damit sie nicht weiterlesen

Freitag der 15.

Es war der 15. März 1985. Michail Gorbatschow ist seit wenigen Tagen Vorsitzender der KPdSU und startet den „Wind of Change“. Das Wetter in Deutschland ist gruselig. Schneeregen fast in der ganzen Republik. An diesem Tag wird auch im Internet Geschichte geschrieben. Eine Firma in den USA registriert die erste Internetseite mit der Endung .com. Das Internet war damals noch ein kleiner Verbund mit vorwiegend militärischen und wissenschaftlichen Nutzern. Die wenigen Webseiten endeten alle auf .gov(ernment) .edu(cation) .,mil(itary) oder auf .net(work), wie nordu.net, die allererste registrierte Domain überhaupt. Eine dotcom Domain – das com steht für commercial – gab es weiterlesen

Bumerang

Fake News, also erfundene Nachrichten, falsche Fakten oder Fakten, die ohne Zusammenhang etwas anderes suggerieren, sind eine wahre Pest. Donald Trump perfektionierte sie, um Stimmungen zu erzeugen oder in seine Richtung zu verschieben. Natürlich kann man nun damit beginnen, jede Nachricht, jede Überschrift auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Viele lässt sich so schnell aussortieren. Allerdings gibt es auch Fake News, die wirklich eine erstaunlich lange Zeit gehalten haben. So, wie die Geschichte des Schotten Alan McMasters, dem Erfinder des Toasters, auf die mich der Leser Ernst B. hingewiesen hat. Im Wikipedia-Artikel findet sich die Lebensgeschichte des Erfinders, Details vom Wohnort weiterlesen

Mobilfunk für Millionen

Am 03.September 1999 war es so weit. Günter Jauch begrüßte zur ersten Sendung von „Wer wird Millionär“. Mittlerweile sind es über 1.500 Folgen gewesen, die aus Köln-Hürth in deutsche Wohnzimmer ausgestrahlt wurden. Immer wieder kam es zu kuriosen Szenen. So hat es ein Kandidat mit falschem Namen ein zweites Mal auf den Stuhl geschafft – und wurde nachträglich disqualifiziert. Es gab Fragen, für die nur falsche Antworten angeboten wurden. Und es gab Fragen, da stimmten zwei Antworten. Am letzten Montag ist jedoch etwas passiert, das gab es in dieser Ausprägung noch nicht. Auf dem Ratestuhl saß Frances Schoppe-Müller aus Wismar, weiterlesen

Sicher separieren

Sie kennen das sicherlich von Ihrer Bank. Wenn Sie eine neue Kredit- oder Girokarte erhalten, dann kommt diese in einem Brief. Und die dazugehörige PIN kommt später in einem anderen Brief. Damit stellt man sicher, dass wenn ein Brief „abgefangen“ wird, der Dieb die Karte nicht nutzen kann. Weil ihm entweder die PIN zur Karte fehlt. Oder die Karte zur PIN. Das gleiche Prinzip kenne ich auch aus dem Netz. Wie oft schon habe ich Daten per E-Mail erhalten, die in einem per Passwort geschütztem ZIP-File als Anhang verschickt wurden. Wenn der Absender ein wenig auf Datenschutz geachtet hat, dann weiterlesen