Schaltjahr

Frohes neues Jahr! Dieses Jahr, 2020, ist übrigens mal wieder ein Schaltjahr. Und vor fünf Jahren, im Januar 2015, habe ich Ihnen an dieser Stelle erklärt, wie ein Computer berechnen kann, ob ein Jahr ein Schaltjahr ist. Die Formel dazu ist ein Kinderspiel und lässt sich sogar mit Excel darstellen: =WENN((REST(A1;4)=0)-(REST(A1;100)=0)+(REST(A1;400)=0)=0;“Nein“;“Ja“)

In Worten ausgedrückt ist dann Schaltjahr, wenn die Jahreszahl ohne Rest durch Vier teilbar und zusätzlich kein glattes Jahrhundert ist (1700, 1800, 1900) – mit Ausnahme der glatt durch 400 teilbaren Jahrhunderte (1600, 2000, 2400). Die sind doch Schaltjahre.

Dass das ganze so kompliziert ist, liegt daran, dass die Erde die Sonne eben nicht in exakt 365 Tagen einmal umrundet, sondern in 365,24219 Tagen.

Früher, vor 6.000 Jahren, bei den alten Ägyptern, so lernte ich kürzlich auf Twitter, gab es zwar auch schon Schaltjahre, tatsächlich gab es bei den Erbauern der Pyramiden aber 12 Monate, die alle exakt 30 Tage lang waren. Und dann hatten sie einfach noch fünf Zusatztage, in Schaltjahren sechs, die Epagomenen genannt wurden. Das waren Tage, die keinem Monat zugeordnet sind und nur dazu dienten, dass ein Jahr möglichst exakt so lange dauerte, wie die Erde braucht, um die Sonne zu umrunden. Sie waren quasi Füllmaterial.

Mit den Epochen wandelten sich dann auch die Kalender. Sie kamen und gingen geradezu. Der alte römische Kalender zählte zum Beispiel nur 355 Tage in einem Jahr, die im julianischen Kalender auf 365 Tage aufgestockt wurden. Das wären eigentlich 12 Monate mit jeweils 30 Tagen plus den Epagomenen. Die wurden auf die Monate verteilt, weswegen wir manchmal 30, manchmal 31 Tage haben. Der Schalttag eines Schaltjahres wurde aber immer am Jahresendende angehängt. Also an den letzten Monat eines Jahres, nicht den zweiten, wie wir das tun.

Mit dem römischen Reich änderte sich dann aber auch der Jahresanfang. Im alten römischen Kalender begann ein Jahr am 01.März, dem Monat, der nach dem wichtigsten römischen Gott, dem Kriegsgott Mars, benannt ist. Der Februar war also bis dahin der letzte Monat eines Jahres – und bekam folglich den Schalttag zugewiesen, was wir bis heute machen.

Der kalendarische Jahresbeginn wurde übrigens von den römischen Konsuln 153 v. Chr. geändert. Sie nahmen sich und ihre Position so wichtig, dass sie den Jahresanfang mit dem Beginn ihrer Amtsperiode gleichsetzten: dem 1. Januar. Hoffentlich liest Donald Trump hier nicht mit. Der sorgt am Ende dafür, dass wir in zwei Wochen erneut Silvester feiern. In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar, dem Tag seiner Amtseinführung in 2017. Mögen Mars und alle anderen Götter uns davor bitte beschützen. Ich habe doch jetzt noch Kopfschmerzen vom Sekt.

Ein Kommentar zu “Schaltjahr

  1. Kopfschmerzen vom Sekt? Alkoholiker leben nur halb so lange, sehen dafür aber alles doppelt. Gibt bestimmt schöne Ergebnisse bei all den 0 und 1. :)

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/197325/Alkoholumgang-Konsum-bedeutet-immer-Risiko
    Alkohol ist ein Zellgift, das dem Körper umso mehr schadet, je mehr er sich damit auseinandersetzen muss.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27442501?dopt=Abstract
    Wer Alkohol trinkt, hat nachweislich ein erhöhtes Risiko, einmal an einem Tumor der Mundhöhle oder des Rachens, des Kehlkopfs, der Speiseröhre, der Leber, des Dick- und des Enddarms sowie der Brust zu erkranken.

    Hicks.

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