Mach mit!

Wer hat nicht schon über seinen Arbeitgeber geschimpft. „Saftladen! Ich kündige!“ Meistens war das Meckern zum Glück nicht nachhaltig, man bleibt ja dann doch… und kündigt nicht, trotz Androhung gegenüber den Kollegen. So manchen Unmut kann ich aber durchaus verstehen. Es gibt natürlich Firmen, die gar kein Interesse an einem/einer Mitarbeiter:in haben, sondern eine reine Arbeitskraft wünschen.

Früher haben sich einige Firmeninhaber auch um das private Wohl ihrer Mitarbeiter:innen gekümmert. Ich denke zum Beispiel an Heinz Nixdorf, der nicht nur Aus- und Weiterbildungen förderte, sondern seinen Mitarbeitern und letztlich den Einwohnern der Stadt Paderborn gleich einen ganzen Sportpark vermachte. Work-Life-Balance ist das Zauberwort. Wer zufriedene Mitarbeiter:innen hat, hat Mitarbeiter, die auch in Krisenzeiten zusammenhalten und die alles dafür tun, dass es dem Unternehmen auch gut geht. Heute bieten einige Firmen kostenlos Obst und gesunde Getränke an und so mancher Besprechungsraum eines StartUps ähnelt fast schon dem Kinderparadies bei IKEA – Hüpfburg und Bällebad inklusive. Wer sollte da noch über seinen Arbeitgeber meckern?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was das mit „meinem“ Thema IT-Sicherheit zu tun hat!? Ganz einfach: Die Zufriedenheit der Angestellten spielt eine entscheidende Rolle bei der IT-Sicherheit! Unter anderem bei Ransomware-Angriffen kann das entscheidend sein, denn hier spielt nicht nur die Aufmerksamkeit einer Person eine Rolle, sondern auch die Reaktion, wenn man doch mal geklickt hat. Einfach ausgedrückt: Jemand, der weiß, wie Angreifer mit gefälschten E-Mails versuchen, dass Links angeklickt oder Anhänge gestartet werden, der kann das durch seine Aufmerksamkeit und Vorsicht vermeiden. Das eigene Unternehmen wird nicht gehackt und (je nach Größe) werden auch keine zig Millionen Euro an Lösegeld an Cyber-Terroristen gezahlt. Wer jedoch Angst hat, dumm angeredet oder gar bestraft zu werden, wenn man vielleicht aus Versehen doch mal geklickt hat, der wird den Mund halten – und der IT-Abteilung so die Chance nehmen, noch rechtzeitig den Netzwerkstecker zu ziehen und die größten Schäden abzuwenden.

Doch machen wir uns nichts vor – Zufriedenheit ist nicht alles. Die Ransomware-Hacker werden nämlich auch immer erfinderischer. Kürzlich berichtete Brian Krebs von einem unmoralischen Angebot. Eine Hackergruppe bot einem Mitarbeiter einer Firma eine Beteiligung von 40 Prozent des Lösegeldes an, wenn er den Virus im Netz startet. Wir reden hier von einem Millionenbetrag. Ich bin sicher: Wenn das Schule macht, da wird auch der ein oder andere zufriedene Mitarbeiter „zugreifen“. Aber wie gesagt, manche Firmen behandeln die Mitarbeiter eh wie Dreck. Ich bin sicher, da findet sich auch jemand, der den Ransomware-Trojaner nur all zu gerne kostenlos startet.

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