Entschuldigung, ich hatte keine Ahnung …

… dass es noch schlimmer sein kann. Vor zwei Wochen habe ich mich köstlich amüsiert über Rudolph Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister New Yorks zu Zeiten der Anschläge auf das World Trade Center am 11.September 2001 ist heute unter anderem für die Beratung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Bezug auf Cybersicherheit zuständig. Dass er von dem Thema aus technischer Sicht recht wenig Ahnung hat, hat er bewiesen, als er sich über einen nicht automatisch erstellten Link in einer Twitter-Nachricht beschwert hat – an einer Stelle, an der auch niemals ein Link hätte erstellt werden können. Ich fand das ehrlich gesagt ein wenig erheiternd und erschreckend zugleich, ob der Zuständigkeit des Politikers.

Auch wenn Giuliani hier eine Unwissenheit in einer technischen Angelegenheit Preis gab: Er bedient zumindest Twitter wie sein Boss, er schreibt E-Mails und er nutzt auch ein Smartphone. Das legen zumindest Bilder nahe, die man bei der Google Suche über ihn findet. Insofern kann man sagen, er weiß zumindest grob, worüber er den Präsidenten berät. Ganz anders scheint sein Amtskollege in Japan damit umzugehen. Yoshitaka Sakurada ist in Japan Staatsminister und hat dabei zwei Baustellen. Eine Großbaustelle nämlich, die Olympischen Spiele in Tokyo 2020. Hier explodieren gerade die Kosten. Die andere Baustelle ist Cybersicherheit. Sakurada ist nämlich Vice-Chef der Regierungsbehörde für Cybersicherheit. Hier explodieren keine Kosten, allerdings platzen manche Menschen gerade … vor Lachen.

Yoshitaka Sakurada wurde von einem Reporter die Frage gestellt, ob in japanischen Kernkraftwerken USB-Sticks eingesetzt werden. Das Ziel der Frage ist klar. USB-Sticks waren und sind immer noch ein sehr häufiges Einfallstor von Schadsoftware. Seien es Verschlüsselungsprogramme oder auch Hintertüren böswilliger Staaten. So ein Hintertürchen in einer kritischen Infrastruktur wie einem Kernkraftwerk ist durchaus gefährlich. Will man ein Land „übernehmen“ oder schwächen, ist das sehr einfach, wenn man den Strom abstellen kann. Kurzum: USB-Ports in solchen Umgebungen sind einfach ein Risiko und gehören entweder verboten oder besonders geschützt und überwacht.

Die Antwort des japanischen Ministers stellt Rudolph Giuliani echt in den Schatten. Er antwortete sinngemäß, dass ihm eine derartige Technologie (USB!!!!) nicht bekannt sei. Er benutze auch selbst überhaupt keine Computer. Das Handelsblatt zitiert ihn sogar mit der Aussage, dass USB-Anschlüsse bei der Stromversorgung „eigentlich nie benutzt“ würden. Hahaha. Dabei weiß doch heute schon jedes Kind, dass man ohne USB Anschluss sein Handy nicht aufladen kann.

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