Yum Kotyen dieses Kezboard

Na? Schon mal auf einer auslaendischen Tastatur versucht, 
zahoo oder ebaz aufyurufen? Dann druecken Sie jetyt Z für YES.

Wer schon einmal im Urlaub aus einem Internet-Café eine Mail nach Hause geschickt hat, der kennt das Problem, dass er ungewollt Quark schreibt. Im Ausland sind halt nicht alle Tasten auf der Tastatur da, wo wir sie erwarten. Auf englischsprachigen Keyboards ist zum Beispiel das Y da, wo unser Z ist. Erstaunlich, dass eine einzige unterschiedlich belegte Taste uns so verwirren kann. Tatsächlich sind nämlich weltweit auf handelsüblichen Tastaturen fast alle “regulären” Buchstaben dort, wo wir sie auch haben.

Ausgedacht hat sich diese Tastenbelegung schon 1866 der Buchdrucker Christopher Latham Scholes. Bei den ersten Schreibmaschinen waren die Buchstaben nämlich – wie sollte es anders sein – alphabetisch angeordnet.

Schreibmaschine Lettertypen - Vorgänger der heutigen TastaturDiese verhakten sich aber andauernd, weil bei den alten mechanischen Schreibmaschinen die Lettern auf Metallstangen sitzen und diese auf das Farbband gepeitscht wurden, um Farbe von tintengetränkten Bändern aufs Papier zu pressen. Liegen diese Typenhebel von häufig genutzten Buchstaben jedoch nah beieinander, kommen Sie sich auch leicht in die Quere und mussten daher  häufig entwirrt werden.

Scholes verbesserte das. Er ordnete die häufigsten Buchstaben und Kombinationen so, dass ihre mechanischen Stangen möglichst weit auseinander sind: Die QWERTY-Tastatur war geboren, und so liegen nun (meist) die Typenhebel nebeneinander, deren Buchstaben sich in einer gebogenen Linie von oben nach unten auf der Tastatur finden: RFC, TGV oder UJN – allerdings nicht in dieser Reihenfolge sondern erst die mittlere Reihe, dann die obere (FRC, GTV bzw JUN).

Da im Deutschen das TZ deutlich häufiger vorkommt (Spatz, Katze, Platz) als im Englischen, tauschte man hierzulande die Plätze des Z und des Y – weshalb wir hier eine QWERTZ-Tastatur haben. Mit zwei Fingern von unterschiedlichen Händen lässt sich diese Buchstaben-Kombination nämlich deutlich angenehmer tippen als mit zwei Fingern der gleichen Hand.

Aber trotz Z und Y-Tausch: Die heute noch genutzte Anordnung der Buchstaben auf Milliarden Computertastaturen hat wegen der Typenhebel im Grunde einen rein mechanischen Grund – der bei heutigen Tastaturen gar nicht mehr sein müsste. Wirklich ergonomisch und effizient in Bezug auf kurze Wege für die Finger ist weder QWERTY noch QWERTZ. Ganz und gar nicht sogar – im Gegenteil!

Ändern kann man das aber heute genau so schlecht wie wenn wir nun von Rechts- auf Linksverkehr umstellen wollten. Da hängen einfach viel zu viele Dinge dran, was man Pfadabhängigkeit nennt. Nichts desto trotz gibt es Alternativen zu QWERTY/Z, die Colemak, Velotype oder NEO heißen. Die wohl ergonomischste Buchstabenanordnung ist aber die Dvorak-Tastaturbelegung. Dvorak-Tastaturen kann man kaufen und fast jedes Betriebssystem unterstützt sie auch.

Blank TastaturFür die ganz Harten unter uns gibt es die Blank-Tastaturen. Das sind Keyboards deren Tasten überhaupt keine Beschriftung haben. Das macht das Tippen zwar fast unmöglich – ist aber immer noch besser als eine französische Tastatur.


Bildnachweis: ChicoDodiFC über fotolia und Blank-Keyboards

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