Klötzchen im Quadrat

In 15 stern TV- Spezial Sendungen auf RTL habe ich in den letzten drei Jahren die Zuschauer:innen dazu aufgerufen mitzumachen und abzustimmen. Es ging um so Themen wie Wohnen, Sicherheit, Gehalt, Essen, Gesundheit oder Freud und Ärger im Urlaub. Und jedes Mal, wenn ich dran war, habe ich einen QR-Code beworben, den man mit dem Handy abscannen sollte, um dabei zu sein. Und jetzt fällt mir auf, dass ich hier an dieser Stelle noch nie so richtig über QR-Codes geschrieben haben. Zeit wird’s also, denn sie sind digital und können auch gefährlich sein, wenn man nicht aufpasst.

QR-Codes sind zweidimensionale Barcodes. Es gibt sie seit 1994 und sie haben einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber den altbekannten Strichbarcodes. QR-Codes haben eine Fehlerkorrektur. Selbst wenn ihnen z.B. eine Ecke fehlt, können die im QR-Code steckenden Informationen noch vollständig ausgelesen werden. Sie sind daher robust und bestens geeignet für automatisiert lesbare Routing- oder Adressaufkleber auf Paketen, die über den Boden einer Speditionshalle gezogen werden. Zudem lassen sie sich extrem schnell lesen. Das QR steht nicht umsonst für Quick Respone, also Schnelle Antwort.

Oftmals – so auch bei den stern TV-Spezial Sendungen – dienen sie als Link zu Webseiten. Zuschauer müssen sich dann keine Webseitennamen merken, den Browser im Handy oder Laptop starten und die URL eintippen. Sie zücken das Smartphone, starten die Kamera, zielen auf den QR-Code und klicken mit dem Finger drauf. Schon geht die Webseite auf. Jeder kann das.

Und genau das wird jetzt langsam, aber sicher zum Problem. Denn immer häufiger werde ich gezwungen, QR-Codes zu scannen, obwohl ich das nicht will. In Cafés oder Restaurants zum Beispiel. Anstelle einer Speisekarte gibt es immer häufiger nur noch ein digitales Exemplar auf einer Website, die man über einen QR-Code auf dem Tisch erreicht. Über solch ein Restaurant hat sich kürzlich ein Australier aufgeregt. Er fragte nach einer echten Speisekarte und wurde zum Eingang geschickt, wo das einzige physische Exemplar hänge. Die Kommentare in dem sozialen Netzwerk, in dem er die Geschichte postete, sind geteilt. Einige teilen die Aversion des Mannes aus Down Under. Andere finden digitale Speisekarten hingegen praktisch, weil man oftmals auch gleich die Bestellung über sein Handy aufgeben kann. Dies vermeidet Fehler bei Extrawünschen und spart Zeit – aber auch Arbeitskräfte.

Aus IT-Sicht sind die Dinger leider auch problematisch. Da kein Mensch sie lesen kann, bekommt man nicht mit, wenn sie manipuliert sind. Immer wieder gibt es Fälle von überklebten QR-Codes, die einem erst Schadcode unterjubeln oder unnötigerweise Daten abfragen, bevor man zur angestrebten Webseite gelangt. Achten Sie daher immer darauf, dass der eigentliche QR-Code nicht ausgetauscht oder mit einem zweiten überklebt wurde.

Und wenn Sie nochmal zu meinem Blog kommen und mir „Klicks“ bescheren wollen, dann scannen Sie doch einfach den hier abgebildeten QR-Code ab. Na? Trauen Sie sich?

4 Kommentare zu “Klötzchen im Quadrat

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