Datenschutzimpfung

Fast einen Monat sind die Briten jetzt schon raus aus der EU. Und gemerkt hat man nichts. Wenige Tage vor dem Stichtag war ich in Manchester auf einer Tagung und kurz danach, am 06. Februar, in London. Und beide mal habe ich keinen Unterschied gemerkt. Die Einreise war wie eh und je. Als EU-Bürger konnte ich mit meinem EU-Pass in die Fast-Lane und auch bei der Ausreise war alles gleich. Wie gesagt: gemerkt, dass die Briten draußen sind, hat man nix. Das dem so ist, liegt an der Übergangsregelung von knapp einem Jahr, die der britische Premier Johnson mit dem EU-Parlament vereinbart hat. Ein Jahr lang passiert nix. Alles bleibt, wie es ist.

Alles? Nun ja, es muss sich ja nicht jeder mitmachen … Google zum Beispiel will nicht mehr. Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt hat, strebt Google den Daten-Brexit an. Zumindest für Bürger des Vereinigten Königreichs. Der Suchmaschinen-Riese plant, die Accounts der britischen Bürger von den Datenbanken in Irland auf Server in die USA zu schieben. Die Daten sollen das gleiche machen, wie das ganze Land: raus aus der EU.

Der Grund dafür ist ganz einfach: die DSGVO, die DatenSchutzGrundVerOrdnung. Die EU hat mit der DSGVO ein richtig gutes Werkzeug geschaffen, um die Daten seiner Bürger vor ungefragter, ungewollter, unbestimmter und unbegrenzter Nutzung durch Großkonzerne zu schützen. Viele Menschen können den Effekt der DSGVO jedoch nicht sehen, weswegen sie ihnen oft egal ist. Das ist ein bisschen wie bei einer Impfung. Wird man nicht krank, weiß man nicht, wieso. Vielleicht hat man einfach Glück gehabt, dass einen die Masern- und Mumps-Viren einfach nicht erwischt haben. Vielleicht war es aber die Schutzimpfung, die uns vor Fieberkrämpfen und Hautausschlag geschützt hat. Und die DSGVO ist für Datenkraken das, was die Schutzimpfung für Viren und andere Krankheitserreger ist.

Nachdem Großbritannien mit dem Verlassen der EU auch die Regularien der EU hinter sich lassen wird, sehen die Viren jetzt ihre Chance. Die Schutzimpfung der Briten ist weg! Und wenn die Daten erst einmal in den USA sind, wird das Geschäft mit ihnen einfacher. Die USA haben nämlich so ziemlich den schwächsten Datenschutz aller Länder mit starker Wirtschaft. Und ich bin mal gespannt, wer als nächstes kommt und den Daten-Brexit vollzieht. Amazon, Twitter oder vielleicht Apple? Also ich tippe ehrlich gesagt auf Facebook mit seinen Tochterunternehmen WhatsApp und Instagram. Und da soll noch mal einer sagen, impfen ist nicht wichtig.

3 Kommentare zu “Datenschutzimpfung

  1. Die Wirksamkeit von Impfungen ist bis heute nicht durch unabhängige placebobasierte Doppelblindstudien (mit wirkfreiem Placebo wie bei anderen Arzneimitteln) nachgewiesen worden. Ebenso gibt es bis heute keine repräsentative Studie, ob geimpfte Personen gesünder sind als ungeimpfte. – Aber unabhängig davon: das hatte ich nicht erwartet, dass Google die Daten verlagert, da es ja „nur“ um eine relativ (in Bezug auf die gesamte EU) kleine Anzahl von Personen geht. Andererseits nur folgerichtig, da mit den Daten ja Geld „generiert“ wird.

  2. Die Wirksamkeit von Zyankali ist bis heute nicht durch eine unabhängige, placebobasierte Doppelblindstudie (mit wirkfreiem Placebo wie bei anderen Arzneimitteln) nachgewiesen worden.
    Vielleicht findet sich ja bald mal was bei Google, wenn die Daten von Scotland Yard in den USA gehostet werden ;-).

  3. Sorry, aber der Zyankali Vergleich ist quatsch.
    Das Zyankali tödlich ist, ist einfach nachzuweisen.
    Dass irgend ein Stoff NICHT tödlich ist, ist wesentlich schwerer nachzuweisen.
    Das alte P=NP-Problem…
    Weiß ich nur nicht genug um den Weg gefunden zu haben, oder gibt es schlicht keinen.

    Auf die Impfung übertragen:
    Nachzuweisen dass eine Impfung wirkungslos ist wäre bereits geschehen wenn ein einzelner geimpfter krank wird.
    Nachzuweisen dass die Impfung absolut schützt ist wiederum ein schwierigeres Problem, dazu muss man nämlich nachweisen dass der Betroffene im anderen Fall krank geworden wäre.

    Du verwechselst da also zwei grunsätzlich verschiedene Ansätze in der Beweisführung.
    Um zum Zyankali zurück zu kommen:
    Der Beweis dass Zyankali töten kann ist mehrmals erbracht worden (von jedem der daran gestorben ist)
    Aber zu beweisen dass jemand an einem Stoff NICHT sterben kann, würde bedeuten man müsste jeden Menschen diesem Stoff aussetzen und jeder müsste das überleben – und selbst das wäre nur eine Aussage bezogen auf alle derzeit lebenden Individuen – viel spaß dabei zu beweisen dass selbst der schwächlichste und kränklichste Mensch in 1000 jahren das auch überleben würde…

    Kurz gesagt, zu beweisen dass etwas geht ist vergleichweise einfach – manm uss nur einen weg finden das zu tun.
    Zu beweisen dass etwas NICHT geht, würde bedeuten beweisen zu müssen dass selbst die genialste Reinkarnation von Leonardo DaVinci im Jahre 65535 immernoch keinen Weg finden kann das dennoch zu tun. – und das ist nach dezeitigem Kenntnisstand für Menschen praktisch unmöglich.

    Nur mal so um die Beweisführung ins rechte Licht zu rücken….
    Was Google betrifft, wundert mich das überhaupt nicht. – Die sind ja nicht die Wohlfahrt…

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