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Am 25.Mai tritt die neueste Datenschutzverordnung der EU in Kraft. Die DSGVO gibt uns Nutzern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wer was mit unseren Daten macht. Firmen müssen uns aufklären, wo die Daten gespeichert werden, wer sie bekommt, wer darauf Zugriff erhält und auch was damit gemacht wird. Wir Verbraucher hingegen können dem, was die Firmen machen wollen, widersprechen – ganz oder auch nur teilweise. Die DSGVO gibt es zwar schon seit einiger Zeit, sie ist nur ab dem 25.05. anzuwenden und dann werden Verstöße auch geahndet. Die meisten großen und mittelständischen Firmen kümmern sich deshalb schon seit Monaten in Projektgruppen darum, ihr Unternehmen DSGVO-Ready zu machen. Denn bald wird es ja ernst.

Ein Aspekt dieser Verordnung ist, dass die Firmen von uns eine explizite Bestätigung brauchen, dass sie unsere Daten speichern und verarbeiten dürfen. Es geht also nicht mehr so einfach, dass das irgendwo auf Seite 17 in den AGB versteckt steht. Auch Fotos dürfen nicht mehr so einfach im Web verbreitet werden. Ist auf einem Bild jemand zu erkennen, dann muss auch hier vor der Veröffentlichung die Einverständnis eingeholt werden.

Was gut gemeint ist – und ich bin ein Freund von starkem Datenschutz – wird aber besonders am Anfang zu Chaos führen. Wie soll das im realen Leben funktionieren? Schon jetzt erhalte ich Mails von Unternehmen, deren Newsletter ich bewusst abonniert habe. Ich muss mich erneut anmelden, da die damalige Zustimmung eben nicht mehr ausreicht – wegen der DSGVO. Firmen, bei denen ich seit Jahren Kunde bin, wollen plötzlich, dass ich einen sechsseitigen Vertrag unterzeichne (den ich kaum verstehe), damit sie mich weiterhin so wie bisher bedienen können – wegen der DSGVO. Weil ich ja auf irgendeinem Foto vom Sommerfest erkennbar drauf sein könnte, möchte der Sportverein ein dreiseitiges Blatt unterschrieben zurückhaben – wegen der DSGVO. Ich unterschreib doch nichts, was ich nicht verstehe! Und das werden noch viel mehr Firmen werden – bis zum 25.Mai!

Denn am 26.Mai kommen die Geier von der Abmahnindustrie. „Rechtsanwälte“ werden Firmen, Blogger und Homepagebetreiber abmahnen, bis die Socken qualmen. Vom Sportverein über den kleinen Imbissbetreiber. Und mich … So wird’s sein. Ich fang besser schon mal an, die ganzen Daten auf meiner Festplatte zu anonymisieren. Aber mal ehrlich. Die Fotos von Onkel Erhardts 50. Geburtstag schauen mit geschwärzten Gesichtern einfach nur bescheuert aus.


Bildnachweis: (c) Stefan Zeitz

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