Auf Deutsch, please! In German, bitte!

Dieser globalisierte Handel im Internet ist schon der Hammer. Da kann man in München Kalamansis von den Philippinen bestellen. Oder Salz aus dem toten Meer nach Greifswald liefern lassen. Oder mundgemalte Tücher aus dem Himalaya kaufen – egal ob man in Landshut, Sydney oder New York ist. Früher war das anders. Wenn man im Urlaub im Ausland war – Italien, Frankreich, Spanien – dann war das einzige, was man im dortigen Supermarkt von zu Hause kannte Maggi Würze und Erdinger Weißbier. Der Rest kam aus dem Land, in dem man gerade den Sommer verbrachte. Aus Italien, Frankreich oder eben Spanien. All das Zeugs hatte dann auch noch seltsame Namen und unbekannte, bunte Verpackungen.

Heute ist das anders. Heute kriegst du alles überall hingeliefert und dank Internet auch von überall angeboten. Besonders toll ist das für Waren, die es nur lokal und in begrenzter Menge gibt. Ich denke da an Pralinen einer kleinen Privat-Schokolaterie oder den Marillen-Schnaps von der kleinen Brennerei des Bergbauern aus Südtirol. Diese Kleinanbieter können mit einer kleinen Webseite und kleinen Kosten ihre Ware in der ganzen Welt anbieten. Und offenbar bestellen auch Menschen aus der ganzen Welt. Also wirklich von überall her. Nicht nur aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien oder Spanien. Auch aus Albanien, Guam, Kiribati, Dschibuti, Swasiland, Vanuatu und Zimbabwe. Von überall dort scheint es Bestellungen zu geben bei dem Ein-Mann-Schnapsbrenner und der Eine-Frau-Pralinenmanufaktur.

Warum ich das annehme? Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass Sie bei vielen Internet-Shops das Empfängerland der Lieferadresse aus einer Liste auswählen müssen? Warum sollte man in dieser Liste alle Länder anbieten, die es auf diesem Planeten gibt, wenn man nicht mit Kunden von dort rechnet? Und so kommen dann rund 200 Länder in alphabetischer Reihenfolge: Von „Afghanistan“ bis „Zypern„. „Deutschland“ sucht man oft vergebens. Stattdessen muss man „Germany“ auswählen, was insbesondere bei Shops mit rein deutschsprachiger Webseite unsinnig ist. Warum werden alle Länder auf Englisch angeboten und nicht in Landessprache? Das wäre doch sinnvoll?!

Der Paketdienst United Parcel Service macht das und geht auf seiner Webseite freundlicherweise sogar noch einen Schritt weiter. Er bietet unterstützte Länder gleich in beiden Sprachen an – auf Englisch und in Landessprache. Neben „Germany“ findet sich daher auch „Deutschland“ in der Liste. Eigentlich lobenswert. Nur leider ist „Deutschland“ nicht bei D, sondern bei G einsortiert, zwischen „Germany“ und „Gibraltar“. So, wie „Suomi“ konsequenterweise bei F zwischen „Finland“ und den beiden „France“ zu finden ist.


Bildnachweis: bearbeiteter Ausschnitt von Screenshot von http://www.ups.com (15.03.2018)

2 Kommentare zu “Auf Deutsch, please! In German, bitte!

  1. Das sind die Ergebnisse von Unternehmen für die Kundenutzen immer noch ein Fremdwort darstellt weil sie meinen, dass man alleine auf Grund ihres achso bekannten Namens ohnehin bei ihnen einkaufen würde. Das haben diverse Händler, Hotelketten, Taxiunternehmen, …. auch lange gedacht. Solange, bis sie die bis dato unbekannten Unternehmen AliExpress, airbnb, Uber, …. nicht mehr ignorieren konnten.
    Der „Kundenutzen“ gewinnt zusehends mehr an Bedeutung. Also, lieber Händler, fangt endlich an und überarbeitet eure in die Jahre gekommenen Internetauftritte, portiert sie auf´s Smartphone und kürzt Länderlisten auf die Länder (in alphabetischer Reihenfolge) in die ihr auch wirklich liefert. Ansonsten wird euch Tobias Schrödel auch zukünftig beim Namen nennen.

  2. Techisch betrachtet ist das ganz logisch warum „Deutschland “ und G zu finden ist. Die Liste wird einheitlich für alle Sprachversionen der Webseite nach den englischen Ländernamen sortiert und nur der Anzeigetext ausgetauscht. Im Hintergrund aber braucht das System die englische Bezeichnung, damit auch Lieferungen aus Österreich (=Austria) ihren Weg ins Reich der Germanen finden.

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