Entschuldigung, mein Zahn klingelt

Der eine hat’s im Kiefer, der nächste in der Hüfte, andere dann im Knie. Implantate sind heute Alltag. Glaubt man Google, dann lassen sich Menschen in Deutschland jährlich etwa 150.000 Zähne implantieren. Das reicht gerade mal für 25 Haifische – denn die haben immerhin dreireihig bis zu 6.000 Zähne im Maul. Nun lässt man sich falsche Zähne und insbesondere neue Hüften oder Knie sicherlich nicht aus Spaß in den Knochen fräsen und einbetonieren – da muss es schon zwingende medizinische Gründe geben.

Ganz anders beim Tierarzt. Das Chippen von Tieren ist seit Jahrzehnten gängige Praxis. Einmal so nen Chip unter die Haut gepflanzt, lässt sich ein Streuner selbst nach Jahren wieder mit seinem Herrchen oder Frauchen vereinen.

Davon träumen die Hersteller von so genannten Wearables (Fitnessarmbänder, AppleWatch) noch. Das, was wir heute noch am Körper tragen, sähen viele am liebsten in uns – als Implantable. Heute schon gibt es Chips, die am Unterarm unter der Haut liegend als Schlüsselersatz Türen öffnen. Dann gibt es heute schon implantierte Kopfhörer, die am Schädelknochen direkt sitzen und Schallwellen zum Trommelfell weiterleiten – ganze ohne Kabel, ohne Bluetooth und irgendwas im oder am Ohr zu haben. Das alles sind nur die ersten Versuche, die aber dafür noch richtig für mediales Aufsehen sorgen.

Aber schon in ein paar Jahren werden wir vor den Elektrofachmärkten stundenlang Schlange stehen, um uns einen Eckzahn durch das neue iPhone 17 ersetzen zu lassen. Gegen die Schmerzen bei der Erstinstallation blockiert ein Transponder am Kiefergelenk die Nervenimpulse. Blöd nur, dass der USB-Anschluss zum Aufladen des Akkus im Nasenloch nicht mehr kompatibel ist, weil schon wieder die Steckerform geändert wurde. Dafür kriege ich beim HNO-Apple-Arzt kurzfristig garantiert keinen Termin.

PicEyeUnd wenn wir dann endlich an der Reihe sind und alle Zahn-Phones bereits vergiffen sind, sorgt Apples Medical Service wenigstens dafür, dass wir nicht traurig sind. Seit man weiß, wie man die Ausschüttung von Glückshormonen im Hirnstamm per Bluetooth regulieren kann, laufen sowieso alle mit Dauergrinsen durch die Gegend.

So, ich hör dann mal auf. Wollte mir noch schnell meine Augen updaten lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.