Schleichwerbung

Die Spannung steigt, der Puls schießt in die Höhe. Hinter der Ecke lauert ein Schatten, der letztlich wieder unerkannt in die Dunkelheit der Nacht gleitet. Plötzlich ein spitzer Schrei, das Geräusch von scharfem Metall, das drei, vier Mal in einen Körper gerammt wird. Am Boden liegt eine Leiche. Blut nimmt die Form einer Pfütze an. Und die Zuschauer fragen sich: wer ist der Mörder? So oder so ähnlich ist das regelmäßig im Kino. Bei einer guten Story bleibt der Zuschauer bis zum Schluß ahnungslos, wer der Bösewicht der Geschichte ist. Das Rätselraten könnte aber bald vorbei sein, wenn der Mörder schon am Anfang des Films verraten wird – weil er telefoniert.

Schon länger ist bekannt, dass die großen Hersteller von zuckersüßen, braunen Brausen (wahrscheinlich auch durch „Spenden“) dafür sorgen, dass deren Cola im Film von den Protagonisten getrunken wird und das Logo oder eine Getränkedose immer mal wieder zufällig im Bild ist. Weniger bekannt ist, dass die Hersteller verlangen, dass man dafür niemals auf der großen Leinwand sieht, wie der Hauptdarsteller eine Dose mit dem wertvollen Markenlogo zerdrückt und in die Abfalltonne schmeißt.

Ganz neu war mir das, was Rian Johnson, der Regisseur und Autor des Kinofilms „Knives out – Mord ist Familiensachejetzt in einem Interview mit der Zeitschrift Vanity Fair verraten hat. Johnson zufolge sorgt Apple dafür, dass man schon vorher weiß, wer der Bösewicht ist. Der Handyhersteller erlaube zwar die Nutzung seiner Geräte im Film. Praktisch alle Filmfiguren in „Knives out“ telefonieren mit Apples iPhone. Nur einer darf das nicht … und das ist (Achtung Spoiler!) … der Mörder. Kein Scherz. In Hollywoodproduktionen können wir aufgrund der Marke des Mobiltelefons erraten, wer am Ende der Bösewicht ist. Der telefoniert nämlich nicht mit iPhone, sondern mit einem Android Handy.

Problematisch wird es nur, wenn es viele Bösewichte in einem Film gibt. So, wie bei Oceans Eleven oder Reservoir Dogs. Die müssten dann alle ein Android Handy haben. Gerüchte besagen, dass man trotzdem den Oberboss, den Paten, den Superbösewicht der Gangsterbande anhand der Marke seines Android-Handys erkennen kann.

Der Superbösewicht hat kein Samsung, auch kein LG oder htc Handy. Der Schlimmste aller anzunehmenden Bösewichter muss mit einem HUAWEI Gerät telefonieren. Das fordert – angeblich – der amerikanische Präsident. Trump selbst telefoniert übrigens laut Medienberichten auch mit einem Android-Telefon. Zufall?

4 Kommentare zu “Schleichwerbung

  1. Wie immer sehr interessant. Ich würde mich aber generell über Nachweise freuen. Woher kommen die Infos?
    Gruß
    abcde

  2. >>Trump selbst telefoniert übrigens laut Medienberichten auch mit einem Android-Telefon. Zufall?
    NEIN! Dennoch er hat viel zu kleine Hände! ;D

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