Der Trick mit den Farben

Fußballschiedsrichter haben die gelbe Karte in der Brusttasche und die rote am Gesäß. Das ganze hat Tradition seit es schwarz-weiß Fernsehen gibt, denn mangels Farbe erkannte der Zuschauer nicht, welche Karte der Schiri zog*. Griff dieser bei einem Foul daher nach der sprichwörtlichen Arschkarte, war klar: da fliegt jetzt einer vom Platz.

Heute wären die unterschiedlichen Taschen nicht mehr notwendig, denn aktuelle TV-Geräte haben nicht nur Farbe, sie können sich sogar ins Internet verbinden und heißen deshalb Smart-TV. Diese Dinger sind eigentlich Computer, mit großem Bildschirm und kleiner Tastatur (auch Fernbedienung genannt).

Für moderne Smart-TV-Geräte gibt es Apps, kleine Programme die neben dem Fernsehprogramm auch noch Mehrwert bieten. So kann man sich über die Glotze heute Klamotten kaufen, Kinofilme online ansehen oder die neuesten Serien-Highlights streamen. Zumindest sofern die Anbieter dem Ansturm gewachsen sind. Der Andrang auf die erste Folge der lang erwarteten 4. Staffel von „Game of Thrones“ (das ist ein bisschen wie Shakespeares Macbeth, bloß mit Titten) brachte die Server zum Absturz.

Für alle, die noch keinen internetfähigen Fernseher haben, hat Google mit Chromecast nun einen kleinen Stick herausgebracht, der für 35€ aus jeder normalen Glotze einen Smart-TV machen soll. Einfach in einen freien HDMI-Steckplatz einstecken und los geht’s. Apps die Chromecast direkt unterstützen, funktionieren tatsächlich gut – wenn man ein stabiles WLAN Netz sein Eigen nennt.

Insbesondere YouTube oder Streaming-Dienste wie Watchever und Maxdome sind hier zu nennen. Leider gibt es noch nicht wirklich viele Apps für Chromecast, aber das dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Bis dahin muss man mit einem Trick an die Sache ran: Helfer-Apps, die den Bildschirm abgreifen. Leider ruckelt das Bild dann oft und der Ton kommt zwei Sekunden, nachdem sich die Lippen bewegt haben – von tollen Farben mal ganz abgesehen.

Übrigens greifen nicht nur Schiedsrichter zu Tricks, wenn es um Farberkennung geht. Auf dem Wiener Opernball tragen die Herren keine schwarzen, sondern weiße Fliegen zum Frack – damit man sie von den Kellnern unterscheiden kann.

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* Das mit der gelben und roten Karte beim schwarz-weiß Fernsehen ist leider falsch! Die rote Karte wurde im Fußball erst 1970 eingeführt, Farbfernsehen hingegen bereits 1967. Wie ich von Wikipedia mittlerweile weiß, erkennt man aber auch beim s/w-Fernsehen einen Unterschied. (29.07.2014)

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