Diese unsägliche IBAN macht mich wahnsinnig! Bei den vielen Nullen in der Mitte verzähle ich mich immer - dabei könnte es doch ganz einfach sein.
Als vor ein paar Jahren aus Asien Sudoku zu uns kam, hat es mich auch gepackt. Seitdem versuche ich Ziffern in neun 3×3-Spielfeldern so anzuordnen, dass keine der einstelligen Zahlen in einer Reihe oder Spalte doppelt vorkommt. Nullen spielen bei Sudoku übrigens gar nicht mit – die sind seit neuestem nämlich alle bei meiner Bank. Nein, nicht hinterm Schalter, sondern in dieser unsäglichen IBAN.
Gut, die Sinnhaftigkeit einer einheitlichen Kontonummer leuchtet mir ein. Nur, warum die dann uneinheitlich definiert ist, ist mir total schleierhaft. Die IBAN ist in anderen Ländern anders lang, sieht anders aus und ist anders aufgebaut. Nix einheitlich. Und diese vielen Nullen erst!
Mein Finanzamt zum Beispiel hatte mal die schöne Kontonummer 175 125 bei der Stadtsparkasse München (BLZ 701 500 00 – versuchen Sie es erst gar nicht, da kann man nur einzahlen, nicht abheben).
Das war superleicht zu merken. Seit Einführung der IBAN muss ich meine Steuern nun aber auf DE88701500000000175125 überweisen.
Sind das jetzt sechs oder sieben Nullen? Nochmal nachzählen, eins, zwei, drei, … Mist, wieder verzählt. Aber auch gegen dieses Problem hat der Einheitsnormierer eine erleichternde Vorschrift. Er macht Vorgaben für eine unterschiedliche Schreibweise der IBAN auf Papier und für den Computer. Auf Rechnungen ist die Papierschreibweise mit einer Leerstelle alle 4 Zeichen vorgesehen: DE88 7015 0000 0000 1751 25. Schon besser. Hält sich nur nicht jeder dran und Merken ist so auch nicht gerade einfach.
Noch einfacher, aber nicht vorgesehen, finde ich eine Schreibweise wie früher: Bankleitzahl und Kontonummer. Tatsächlich ist die IBAN in Deutschland auch gar nichts anderes. Es steht lediglich ein DE mit einer Prüfziffer davor. Und: Die Kontonummer wird einfach links mit so vielen Nullen aufgefüllt bis sie zehn Stellen hat. Neu ist also wirklich nur die Prüfziffer. Und in dieser Schreibweise DE88 70150000 0000175125 ergeben die Nullen plötzlich Sinn und machen einem keine Angst mehr. Die IBAN sieht nun fast so aus wie früher die BLZ mit Kontonummer. Wenn Sie sich also die neue Prüfziffer merken können, bekommen Sie so auch Ihre eigene IBAN ins Langzeitgedächtnis!
Apropos früher – und apropos Sudoku. Wer hat’s erfunden? Die Schweizer! Wer genau? Leonhard Euler und zwar schon um 1730. Unter dem Namen Lateinische Quadrate waren die Nullen übrigens auch damals schon ausgeschlossen.
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