Endlich Steuerfrei

Endlich Steuerfrei! Das selbstfahrende Auto wird bald kommen. 
Alle noch bestehenden Probleme sind in den Griff zu bekommen, 
sagen die Techniker - bis auf eines ....

Autonomes Fahren DreharbeitenSchau mal, Mama! Ich kann freihändig fahren. Darauf war ich als Kind schon stolz – allerdings auf dem Fahrrad. Kürzlich durfte ich für eine stern TV Reportage mit einem Prototyp für „autonomes Fahren“ von BMW fahren – von der Münchner Allianz Arena bis zum Flughafen und wieder zurück.

Dieses Auto fährt von ganz alleine: Es cruist mit bis zu 130 km/h, kennt den Weg, lenkt selbst, beschleunigt, bremst und überholt sogar von ganz alleine. Ich habe die ganze Fahrt über kein Pedal getreten und bei Lenkrad und Blinker musste Anfassen auch nicht sein – obwohl ich als „Fahrer“ immer eingreifen kann und bei Gefahr auch muss. Schlafen ist also nicht.

Von der AA nach MUCEin wenig verschämt habe ich in den Seitenspiegel gesehen, als das Auto das erste Mal zum Überholen ansetzte, denn so ganz blind wollte ich mich der Technik anfangs nicht anvertrauen. Spätestens beim dritten Überholmanöver zuckt man aber nicht einmal mehr. Die Automobilhersteller weltweit arbeiten schon seit Jahren am autonomen Fahren. Erste Assistenzsysteme wie Abstandsmesser und Spurassistent gibt es ja heute schon serienmäßig.

Um vollständig alleine fahren zu können, setzen die Hersteller auf mindestens vier Systeme, die sich gegenseitig überprüfen: GPS, Kamera, Laser und Radar. Klingt wie das neue James-Bond-Auto, dient aber der Sicherheit. Jedes System funktioniert in manchen Situationen nämlich nicht hundertprozentig. Das GPS versagt im Tunnel, die Kamera bei starkem Nebel, Radar wird von großen Flächen (LKW-Planen) reflektiert und Regentropfen können wie eine Linse einen Laserstrahl um- und damit in die Irre leiten. Und es gibt Situationen bei denen ein Spurwechsel nicht möglich ist, weil andere unser Auto nicht reinlassen (es benötigt einen Mindestabstand) und wir dann an einem Autobahnkreuz geradeaus fahren – anstatt abzubiegen.

All das kriegen die Techniker aber locker und bald in den Griff, sagen sie, das ist bloß eine Frage der Zeit. Es gibt nur eines, was sie derzeit nicht lösen können. Das größte Problem beim autonomen Fahren ist die juristische Frage, wer denn eigentlich Schuld hat, wenn ein selbstlenkendes Auto einen Unfall baut. Beim modernen und selbst lenkenden Menschen war diese Frage immer einfach zu beantworten: Schuld hatte da immer der andere.

5 Kommentare zu “Endlich Steuerfrei

  1. Interessant! Aber das Gefühl, bei 130 km/h das Steuer aus der Hand zu geben, muss erst einmal komisch sein :) Ob wir wohl in 10 Jahren alle in autonomen Autos sitzen? Hmm … Also ich finde Autofahren macht doch Spaß, den soll mir ein Computer nicht nehmen – in Städten mit hohem Verkehrsaufkommen vielleicht eine innovative Lösung. Dennoch denke ich, dass ein versierter Hacker sich das Auto schnell zueigen machen kann und ob man dann bei 100 km/h noch das Rudern rumreißen kann? Aber dafür gibts dann bestimmt die KasperskyCarSecurity ;) Trotzdem sehr spannender Beitrag!

    • Gute Idee mit der Car Security Suite – fand ich sehr amüsant!
      Ja – das mit der Notwendigkeit war auch ein langes Diskussionsthema. Ich fahre auch total gerne … selbst. Es wird daher wohl tatsächlich für viele erst einmal im morgendlichen Berufsverkehr die Möglichkeit bieten, sich noch mal mit der Zahnseide zu beschäftigen.
      Ebenfalls ein „Ja“ für das komische Gefühl. Ich hatte lange Zeit und bei Beschleunigungen und Kurven die Hand zwar nicht am Lenkrad aber „nah dran“. Das sieht man auch manchmal im Video – es war aber unnötig. Dennis (der Techniker auf dem Beifahrersitz) weiß ganz genau, wie das Auto reagiert und konnte die Reaktion quasi vorhersagen. Deshalb sitzt er auch so entspannt (wenn auch konzentriert!) daneben.
      Kleine Randnotiz: Angeblich wird die Software gerade auf Linux portiert um das System noch stabiler zu machen ;-)

  2. Gerade in den Anfangssekunden kann man das Unwohlsein nahezu selbst spüren. Aber der konzentrierte Techniker strahlt ein deutliches Selbstbewußtsein aus. Wenn man den Bogen jedoch etwas weiter spannt: Wird jeder seinen Techniker für den Beifahrersitz bekommen? ;-)
    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und anfängliche Spannung kehrt schneller in Langeweile als man glauben mag. Die ersten Wochen ist es spannend, Woche drei und vier ist es normal und danach nimmt man das eigentlich Besondere gar nicht mehr wahr. Hier stellt sich mir jetzt die Frage, welche Gimmicks lässt sich die Auto-Branche dann einfallen um die Spannung hoch zu halten. Oder doch vielleicht kurz vor den Abi-Klausuren auf dem Weg zur Schule nochmal den Lehrstoff durchgehen? Auf dem Weg zum Notar schnell einen Blick in den Vertrag werfen oder die Einkaufliste noch durch letzte Einfälle ergänzen?
    Ich freue mich über die autonomen Fortschritte, aber ich bekomme eine leichte Gänsehaut, wenn ich an die Doppelkopf-Runde im Auto denke. ;-)

  3. Pingback: Auto(mat)(isch) versichert - Ich glaube, es hackt!

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