Wegwerfen ohne schlechtes Gewissen

Etwa 500 Kilogramm Müll erzeugt jeder Deutsche pro Jahr – Tendenz steigend. Der ganze Abfall enthält Schadstoffe ohne Ende und ein großer Teil Plastik verrottet erst gar nicht und landet über irgendwelche Umwege sogar in den tiefsten Tiefen des Pazifik und anderer Weltmeere. Das Internet fördert die Entstehung von Müll jetzt auch noch. Mit Wegwerf-Emailadressen. Das sind Emailadressen die man nur einmal nutzt und dann – schlimmes Wort – wegwirft, obwohl sie eigentlich noch gut zu gebrauchen wären.

Dienste für Einmal-Email-Adressen gibt es Dutzende. Sie haben Namen wie spoofmail, trash-mail oder wegwerfemail. Wie bei gmx, web.de oder gmail kann man sich dort ganz einfach und schnell eine neue Mailadresse einrichten. Name aussuchen, Fertig. Mit dieser Mailadresse kann man sich nun bei Portalen, Online-Shops oder Foren anmelden und auch den obligatorischen Bestätigungslink in der Begrüßungsmail empfangen und klicken.

Der einzige Unterschied zur regulären Emailadresse, die man seinen Freunden und Geschäftspartnern mitteilt ist der, dass spätestens morgen keine Mail mehr in dem Postfach ankommen wird. Je nach Anbieter werden nämlich die eingehenden Mails bzw. das ganze Postfach einen Tag später automatisch gelöscht. Der nie bestellte Newsletter oder gar die unerlaubt an SPAM-Versender verkaufte Mailadresse läuft also ins Leere. Für einen einmaligen Einkauf oder der Registrierung in Foren in denen man nur passiv mitlesen möchte eine geniale Idee.

Nur, wie bei fast jeder anderen guten Idee auch, hat selbst diese einen Haken. Zumindest einige der großen Anbieter im Internet kennen trashmail und seine Kumpanen natürlich. Und sie verbieten die Anmeldung mit Mailadressen aus deren Domains. Bei Amazon, eBay & Co. ist das auch sinnvoll. Wer – wenn er keine Betrugsabsichten hat – sollte sich dort ohne echten Bezug auf seine Person anmelden wollen? Das würde schlichtweg keinen Sinn ergeben.

Einmaladressen sind also hin und wieder sinnvoll einsetzbar. Und entgegen dem, was der Name verspricht, erzeugen die Wegwerfadressen keinen Abfall. Im Gegenteil, sie halten das eigene Postfach frei von Werbung, SPAM und anderem digitalen Müll.

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