So ein Schrott

»So ein Schrott« ruft man aus, wenn man ein Gerät in den Händen hält, das entweder für den geplanten Gebrauch untauglich ist – oder das qualitativ so minderwertig ist, dass es schon alleine vom Anschauen auseinanderfällt. Aus meiner Sicht muss man den Begriff »Schrott« aber ausdehnen: Auf die geilsten und aktuellsten Laptops auf dem Markt. Ich rede von den Marktführern – alles Schrott. Also noch nicht heute, aber spätestens übermorgen.

Microsoft hat vor Kurzem die aktuellste Version seines Super-Notebooks Surface Pro 2017 rausgebracht. Die Werte … atemberaubend! Ein 2.736×1.824 Pixel großes Display, Core i7-Prozessor, 16GB RAM, eine 512GB SSD und eine 8MP Kamera mit Full-HD Auflösung. Ähnlich ist das bei Apples Macbook Pro: ein 2.560×1.600 Pixel Display wird bespielt von einem Core-i7 mit einer 1TB-SSD und einer 720p-Kamera sowie ebenfalls 16GB RAM.

In ein, zwei Jahren wird das alles zur Mittelklasse-Ausstattung gehören. Da sind dann andere Prozessoren im Einsatz und der Speicher hat sich verdoppelt, vervierfacht oder sonst was. 4K-Kameras werden Aufnahmen machen, die schärfer und detailreicher sind, als alles, was wir heute auf den normalen Full-HD-Fernsehgeräten und Monitoren überhaupt darstellen können. Und dann schmeißt man die heute aktuellen, eigentlich noch funktionsfähigen, Notebooks einfach weg.

ReparaturVor wenigen Jahren hat man seinen alten Computer noch weitergegeben. An die Kinder oder jemanden in der Nachbarschaft. Für ein paar Euros konnten die den Speicher aufrüsten, haben sich eine neue Festplatte eingebaut und das Teil war völlig ausreichend für … fast alles.

 

Heute schmeißt man den Rechner weg, wenn das aktuellste Betriebssystem mal wieder mehr Speicher frisst als vorhanden oder die Festplatte einfach zu klein ist. Es bleibt einem auch gar nichts anderes übrig, als den Weg zum Schrottplatz zu suchen.

Apple zum Beispiel hat Mitte 2012 das letzte Macbook Pro gebaut, bei dem man den Speicher erweitern kann – seitdem ist das RAM fest verlötet. Die Webseite iFixIt hat sich nun das neue Microsoft Surface mal genauer angesehen. iFixIt bietet Anleitungen, wie man Geräte öffnet und Teile selbst ersetzt. Do it yourself. Beim Surface gab es eine böse Überraschung, denn da ist neben dem Speicher auch der Akku – und somit das Verschleißteil Nummer 1 – fest verlötet und lässt sich nicht wechseln.

Aber es bringt auch gar nichts, sich darüber aufzuregen. Selbst wenn der Akku austauschbar wäre: das neue Surface Pro von Microsoft lässt sich erst gar nicht zerstörungsfrei öffnen. Das Teil ist schlichtweg unreparierbar und nicht erweiterbar, denn man muss das Gehäuse aufbrechen. Wie ignorant gegenüber unserer Umwelt kann man eigentlich sein?


Bildnachweis: (c) golubovy via Fotolia

3 Kommentare zu “So ein Schrott

  1. Ja, Ignoranz ist eine passende Bezeichnung. Ich würde das aber auch als Verantwortungs- und Skrupellosigkeit gegenüber den nchfolgenden Generationen bezeichnen. Die „geplante Obsoleszenz“ passt da auch recht gut dazu. Hersteller streiten das ja seit Jahren vehement ab. Wer sich aber mit der Materie ein wenig auskennt, stoßt oft sehr schnell auf Bauteile, die gezielt als „Schwachstelle“ in die Produkte eingebaut wurden, damit diese möglichst schnell nach Ablauf der Garantie kaputt gehen.

    Andererseits sind Verbraucher ja auch selbst schuld und genauso ignorant / skrupellos wie die produzierende Industrie. Es muss ja ständig das neueste, schnellste, größte, … Produkt sein, soll aber möglichst nichts kosten. Ein Gesetz des Marktes, ein wenig umformuliert lautet: „Billig ist eben meist auch nur billig“.

  2. Diese Entwicklung ist mir auch schon länger ein Dorn im Auge, auch wenn ich die neueste Zuspitzung noch nicht kannte.
    Auch als „Schrott“ ist das beschriebene Konstrukt nicht geeignet: Zur Entsorgung muss soweit ich weiss die Trennung von Akku und Elektronik möglich sein, auch wenn es leider erlaubt ist, dass das Gerät dabei kaputtgehen darf.
    Darf das dann in Deutschland verkauft werden?

  3. Ein alter PC muss nicht auf den Müll! Es gibt genügsame aber trotzdem aktuelle Betreibsysteme für lau. Das aktuelle Ubuntu läuft auf einem alten Cor2dou oder einem Pentium G 3670 top. Mit XUbuntu läuft bei mir einen noch ältere Pentium D immer noch recht ordentlich. Natürlich sind das keine Gaming Maschienen mehr, aber für fast andere sind die alten Kisten noch lange gut!

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