Opt-out: Ostern kann man absagen

Wer keine Lust hat Ostereier zu suchen, der macht einfach nicht mit. 
Wer keine Lust hat, Facebook seine Daten zu geben, der macht auch 
einfach nicht mit – das bringt nur nichts.
Bemalte Ostereier - Ei-Bucket-Challenge

Besonders bei Kindern beliebt: Die Ei-Bucket-Challenge am Osterwochenende

An Ostern suchen wieder viele im Garten nach Gefäßen mit bunten Schoko-Eiern darin. So manch einer möchte sich der kommerziellen Ei-Bucket-Challenge aber nicht anschließen und da wir in einer Demokratie leben ist das kein Problem. Niemand wird gezwungen Schokohasen oder bunte Eier zu kaufen, niemand wird gezwungen mitzumachen. Ganz anders ist das bei Facebook, da muss jeder mitmachen – ob er will oder nicht.

Die im Januar in Kraft getretenen Änderungen der Datenschutzregeln von Facebook wurden von Anfang an kritisiert. Facebook nimmt sich das Recht heraus, Werbung noch stärker zu personalisieren als bisher und dazu besuchte Webseiten und genutzte Apps auszuwerten. Wer das nicht wollte, musste raus aus dem Sozialen Netzwerk.

Man kann sich auch vom Tracking und den personalisierten Werbeeinblendungen austragen – so schreibt es Facebook selbst. Dieser Mechanismus wird „Opt-Out“ genannt. Man trägt sich in eine Liste ein und wird damit von einer anderen Liste gestrichen. In diesem Fall von der Liste der zu überwachenden Personen.

So weit so gut. Dumm nur, dass sich Facebook gar nicht an seine eigenen Vorgaben hält, wie die belgischen Universitäten in Brüssel und Leuwen herausgefunden haben. Facebook trackt laut deren aktueller Studie nicht nur seine Mitglieder, sondern so ziemlich alle anderen Internet-User auch: Ehemalige Nutzer die gar kein Facebook-Profil mehr haben und sogar diejenigen, die dem Tracking aktiv über Opt-Out widersprochen haben – ein Widerspruch in sich, dass der Widerspruch nichts bringt.

Doch damit nicht genug. Die Forscher konnten aufzeigen, dass Facebook sogar die Menschen überwacht, die noch niemals ein Facebook-Profil, und damit auch keine Geschäftsbeziehung zur Datenkrake hatten – die also auch niemals deren AGB zugestimmt haben. Besuchen diese Menschen Webseiten die mit Facebook verknüpft sind (zum Beispiel durch einen Like-Button – wie dieser Blog auch, tut mir leid!), wird das registriert und bis zu zwei Jahre lang gespeichert. Facebook verspricht, die Informationen in diesen Fällen jedoch nicht für personalisierte Werbung zu nutzen.

Wie ernst dieses Versprechen ist und was Facebook statt dessen mit den Daten macht, ist nicht bekannt. Ein schönes Kuckucks-Ei, das uns da ins Nest gelegt wurde. In diesem Sinne: Frohe Ostern, oder wie man in Argentinien sagt: Buenos Eires!

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Bildnachweis: Fotolia (c) demarco Eierkorb und Naturestock Oster-Banner

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