Frauen an der Macht

Dame Stella RimingtonVor kurzem hörte ich in Manchester eine Rede von Dame Stella Rimington. Sie war in den 1950ern Spionin und wurde später die erste Frau an der Spitze des britischen Inlands-Geheimdienst MI5. Sie war das, was „M“ bei James Bond ist und wer sich gefragt hat, warum Bond eine Chefin hatte: Weil es Dame Stella Rimington gibt!

Judi Dench, die von 1995 bis 2012 insgesamt Sieben mal Bonds Chefin „M“ spielte, sieht ihr nicht ohne Grund ähnlich. Eigentlich ging es in der Rede vor allen Dingen darum, wie Frauen in Spitzenpositionen so genannter Männerberufe kommen – und welche Schwierigkeiten ihnen die vermeintlichen „Herren der Schöpfung“ dabei in den Weg legen.

Aber sie erzählte auch von ihrer anfänglichen Tätigkeit als Spionin und wie wichtig in den 1950ern persönliche Kontakte waren. Es waren ja nahezu die einzigen nachrichtendienstlichen Quellen. Um so erstaunlicher fand ich, dass sie die Veröffentlichungen von Edward Snowden zwar aus geheimdienstlicher Sicht ein Desaster fand, sie aber der Meinung ist, dass Metadaten und Vorratsdatenspeicherung nur die halbe Miete einbringen. Elektronische Daten sollten nicht überschätzt werden, sagte sie sinngemäß. Metadaten schauen nämlich nur rückwärts, zeigen Verbindungen der Vergangenheit. Das ist zwar interessant, Menschen hingegen können Dinge verraten, die (vielleicht) noch passieren werden – also in der Zukunft liegen, was viel interessanter sei. Ich denke, Frau Rimington sollte sich mal mit BigData beschäftigen. Dann wird sie diese Aussage m.E. zumindest relativieren.

Besonders nett fand ich in ihrer Rede allerdings die Anekdote, wie sie anfangs versuchte, die zwei Welten „Mutter“ und „Spionin“ zu vereinbaren. Eines Tages musste sie ins Krankenhaus zu ihrem Baby – sollte aber vorher noch einen Russen in London als Spion anwerben. Nach dem Gespräch im Safe-House musste sie sich vom sowjetischen „Bewerber“ Geld für das Taxi leihen, um zu Ihrem Kind zu fahren. Der Bewerber – so schilderte sie – wollte letztendlich dann doch kein Spion werden. Offenbar hatte er Angst, dass die Bezahlung im Geheimdienst seiner Majestät nicht wirklich gut war.


Bildnachweis: Alex McDonald IP Expo Manchester Press Contact

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