Ein Toast auf unsere Handys

Dass Marmeladenbrote immer mit der Seite auf den Boden fallen, auf der der Fruchtaufstrich ist – das weiß jedes Kind. Der Physiker Robert Matthews hat das jedoch sogar in einer wissenschaftlichen Arbeit bewiesen. Für seine Aufzeichnungen über die Rotationsgeschwindigkeit von fallenden Toasts wurde er 1996 mit dem Nobel Preis ausgezeichnet. Freilich nicht dem echten, sondern dem Thema entsprechend mit dem “Ig-Nobel-Preis“, einer Parodie auf die höchste wissenschaftliche Auszeichnung.

Fast 20 Jahre später könnte Matthews diesen Preis erneut erhalten. Um das Double zu gewinnen verfasste er nämlich im Auftrag von Motorola eine Arbeit über das gleiche Thema, jedoch mit anderen Teilnehmern. Statt Toast verwendete der Physiker dieses Mal Smartphones.

kaputtes DisplayAuch die haben die Eigenschaft, immer auf ihre „Schokoladenseite“ zu fallen: Die Seite mit dem Display nämlich. Das splittert dann erfahrungsgemäß so, dass es an ein Spinnennetz erinnert. Bösartige Zeitgenossen sprechen dabei auch von der „Spinnen-App“, die sich jeder kostenlos herunterfallen … Verzeihung: herunterladen kann.

Dass Toasts und Handys sich immer nur um 180° drehen, bevor sie aufklatschen liegt laut Matthews an zwei maßgeblichen Dingen: der Höhe, aus der die Geräte (bzw. Brote) fallen und ihrer Drehgeschwindigkeit. Unsere Tische haben eine mehr oder weniger standardisierte Höhe, ebenso unser aller Arme, wenn wir auf unser Smartphone starren. Wären wir Menschen oder unsere Tische doppelt so hoch, könnten Toasts und Telefon eine ganze Drehung schaffen – und nix würde passiert. Dem ist aber nicht so und daher landen Frühstücksbrot und Kommunikationsgerät nun sogar wissenschaftlich bewiesen immer auf der „falschen“ Seite.

Hmmm, vielleicht kann man sich das ja zu Nutze machen und die Energieprobleme dieser Welt lösen. Wenn man ein Marmeladenbrot und ein Handy zusammenklebt – Rücken an Rücken. Würde dann nach Matthews Theorie nicht jeder der zwei Probanden immer versuchen, auf seiner falschen Seite zu landen? Die Toast-Handy-Kombination müsste sich demnach endlos drehen. Immer wenn die Marmelade nach unten zeigt wird das Handydisplay versuchen nach unten zu kommen – und umgekehrt. Das perfekte Perpetuum-Mobile. Endlose Energie ohne Ruß und Schadstoffe. Alternativ kann man auch zwei Katzen nehmen. Rücken an Rücken. Die fallen ja auch immer auf die Beine. Aber da hat bestimmt der Tierschutz wieder irgendwas dagegen.


Bildnachweis: (c) Sergey Peterman / Fotolia

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