Eigene Gehwege für Smartphone-Glotzer


Rechts stehen, lRechts gehen, links steheninks gehen. Was in München auf Rolltreppen ungeschriebenes Gesetz ist, wurde jetzt in Washington D.C. zum Schutz für Fußgänger eingerichtet. Auf der einen Seite des Gehweges ist dort die Nutzung von Handys verboten. Zum Schutz

vor „Geisterfahrern“, die einem blind, mit starren Augen, völlig abwesend, nur auf das Smartphone glotzend, entgegenkommen.

Quelle: gefaelltmir.sueddeutsche.de

Quelle: gefaelltmir.sueddeutsche.de

Es gibt ein Foto von der Papstwahl 2005. Tausende Menschen säumen die Straßen vor dem Petersdom und warten auf den weißen Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle. Ein anderes Bild aus dem Jahr 2013 – aufgenommen von nahezu der gleichen Stelle – zeigt ebenso viele Menschen. Mit dem Unterschied, dass fast jeder der darauf zu sehen ist, mit seinem Smartphone filmt. Das Foto ist übersäht mit kleinen Bildschirmen. Und weil das Smartphone mittlerweile aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist, ändern sich auch Gewohnheiten und es entstehen Gefahren.

Laut einer Studie des Harborview Injury Prevention and Reserch Centers in den USA ignorieren Menschen, die eine SMS verfassen, eine rote Ampel vier mal häufiger als andere. Und nicht nur das, sie rennen auch häufiger in andere Menschen hinein und verletzen diese. Das liegt daran, dass sie eben blind, mit starren Augen, völlig abwesend, nur auf ihr Telefon glotzen.

Danke an Rob Pegoraro für das Foto

Danke an Rob Pegoraro für das Foto

Damit das nicht mehr passiert, wurde in Washington nun ein Gehweg aufgeteilt. Es gibt dort  eine Handyspur und die andere Hälfte des Gehwegs – getrennt durch eine weiße Linie – ziert ein großes durchgestrichenes Handysymbol und der Zusatz „No Cellphones“. Auf dieser Seite kann man als normaler Fußgänger gefahrlos spazieren und braucht nicht zu befürchten, über den Haufen gerannt zu werden.

Eine tolle Idee! Leider war das alles aber nicht echt. Es handelte sich lediglich um einen Test des TV-Senders National Geographic. Sie wollten wissen, ob die Menschen neben neuer Technik auch neue Regeln annehmen, die diese Technik zwangsläufig mit sich bringt. Dummerweise hat das Experiment aber nicht funktioniert. Die Smartphone-Glotzer haben die Zeichen am Boden nämlich gar nicht gesehen. Und zwar weil sie alle blind, mit starren Augen, völlig abwesend, nur auf ihr Handy glotzten.

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