Der Ball ist im Netz

Racing Val VerdanoIn der fünften spanischen Liga spielten dieses Jahr zwei Mannschaften um den Aufstieg. Am letzten Spieltag lag Racing Valverdeno einen Punkt vor CD San Servan. Beide Mannschaften hatten noch ein Spiel. Zeitgleich, allerdings nicht gegeneinander. Der versierte Fußballfachmann (oder –frau) wird sofort erkennen, dass Racing Valverdeno nur nicht schlechter spielen durfte als Konkurrent CD San Servan, um den Aufstieg zu schaffen.

Gewann San Servan, musste man selbst auch gewinnen. Spielten die unentschieden, konnte man sich das auch erlauben und wenn San Servan verlor, würde Racing Valverdeno selbst mit einer eigenen Niederlage das Aufstiegsspiel erreichen.

Man musste den Konkurrenten also im Auge behalten – was anders als in der ersten Bundesliga mit Radio- und Fernsehübertragung in der fünften Amateurliga nur schwer möglich ist. Zum Glück gibt es aber das Internet und auch immer mehr Amateurvereine springen auf den Zug auf und verbreiten Nachrichten über soziale Netzwerke wie Twitter.

Twitter FalschmeldungEin ehrenamtlich tätiger Vater eines Spielers von San Servan schickt regelmäßig Kurznachrichten in die Welt. Das tat er auch an diesem letzten Spieltag. Leider waren die Meldungen nicht gerade erbauend, denn San Servan lag zur Halbzeit bereits mit 0:2 zurück und zu allem Unglück spielte man in Unterzahl, denn der Torwart wurde mit einer roten Karte vom Platz gestellt.

Gedacht waren die Nachrichten sonst immer nur für Freunde und Familie der Spieler. Tatsächlich las diesmal aber auch Konkurrent Racing Valverdeno mit. Die wussten also, dass deren Führung zur Halbzeit ein dickes Polster ist. Selbst eine Niederlage wäre nun kein Problem mehr. Sie stellten also das Bier kalt, schalteten einen Gang zurück und kassierten prompt ein – völlig bedeutungsloses – Gegentor zum Endstand von 1:1.

San Servans Siegesfeier war lang, feuchtfröhlich und ausgelassen. Gefeiert wurde nicht nur der Schütze des 1:0 Siegtores. Nein, vielmehr war es der Vater des Spielers, der mit seiner Twitter Falschmeldung von Rückstand und roter Karte dazu beigetragen hatte, dass der Konkurrent im Glauben um den bereits erreichten Aufstieg Federn ließ, daß das vermeintlich bedeutungslose Gegentor überhaupt nicht bedeutungslos war und San Servan so an Valverdeno vorbeiziehen konnte.

Und die Moral von der Geschicht: Glaub nicht, was nur der Twitter spricht.

deportivo san servan twitter

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