Das macht alles keinen SIM – ein Spiel mit falschen Karten

Noch gibt es SIM-Karten - bis die e-SIM kommtSeit es Handys gibt, brauchen wir SIM-Karten, um mobil telefonieren zu können. Schließt man einen Handy-Vertrag ab, bekommt man eine SIM-Karte, setzt diese ins Handy ein und wartet bis sie aktiviert wird. Will man den Anbieter wechseln, muss man sich eine neue SIM-Karte besorgen. Die gibt es die zwar fast überall, aber: Man muss sich eine neue Karte besorgen, diese einsetzen – und warten bis sie aktiviert ist.

Wäre es nicht besser, wenn man seine SIM-Karte beim Providerwechsel einfach mitnehmen könnte? So wie sein alte Rufnummer auch? Der neue Anbieter programmiert die SIM-Karte online um – fertig. Eine Wechsel-SIM ist technisch auch gar kein Problem. Wer sich dagegen wehrt sind erstaunlicherweise auch nicht die SIM-Kartenhersteller – sondern die Mobilfunkbetreiber. Und das hat einen ganz einfachen Grund. Wenn das Wechseln schwer ist, bleiben auch die Kunden länger. Kein Mobilfunkanbieter kann wollen, dass wir mit zwei Klicks auf der Couch den Provider wechseln, noch während dessen Werbung läuft.

Die e-SIM wird nun trotzdem kommen. Smartphones brauchen dann zukünftig keine echte SIM-Karte mehr. Sie bekommen den kleinen Chip von dem Plastikkärtchen nämlich direkt eingepflanzt. Damit ist nicht nur ein Providerwechsel per Klick möglich, ein Smartphone könnte auch gleichzeitig mehrere SIM-Karten emulieren. Dann ist man zur selben Zeit unter der Telekom-Geschäftsnummer und der privaten Vodafone-Nummer erreichbar – auf einem Gerät. In den Ferien kann man sich noch zusätzlich eine Billigkarte des Urlaubslandes hinzuklicken, und so mit den mitgereisten Freunden telefonieren. Ganz ohne Roaming-Kosten. Praktisch und verbraucherfreundlich ist die e-SIM. Oder etwa nicht? — Denkste!

Samsung und Apple, haben gemeinsam die Provider davon „überzeugt“, zukünftig auch die e-SIM zu unterstützen. Hmm, die Konkurrenten und Platzhirschen (>42% Marktanteil in Q1-2015) Samsung und Apple machen gemeinsame Sache? Dann muss es um Geld gehen. Bei der e-SIM wählt man auf dem Handy aus einer Liste seinen Provider aus. Aber wer kommt da drauf – und in welcher Reihenfolge? Wer steht ganz oben – und warum? Welche Tarife werden dort angeboten? Aller verfügbaren? Wohl kaum.

Es würde mich nicht wundern, wenn günstige Provider wie SimYo, Fyve oder blau.de am Ende der Liste zu finden sind – wenn sie überhaupt drauf kommen. Wer ganz oben stehen will, wird das nur mit seinem Premiumtarif tun – und dafür wohl bezahlen müssen. T-Mobile, Vodafone und O2 können sich das leisten. Diese Zusatzkosten werden sie aber auf die Gebühren umlegen und am Ende zahlen wir Verbraucher drauf – Wetten? Daher: EU-Internet-Kommissar Oettinger, übernehmen Sie, es gibt Arbeit! Nicht dass sich der Lederhosenträger von klarmobil wieder so aufregen muss und rumschreit.

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