Betreff:

In den letzten Tagen habe ich sage und schreibe sechs Emails erhalten, die keinen Betreff hatten. Also ich meine: Nichts. Keinen Hinweis, worum es geht. Und ich rede jetzt nicht von SPAM Mails, die hoffen, dass ich sie vor lauter Neugierde dann doch begierig öffne und lese – was ich nie getan hätte, wenn mir schon der Betreff signalisiert hätte, dass es um Penisverlängerung oder streng geheime Börsentipps geht. Es waren Emails in denen es um Ladekabel, Handwerkerangebote und so Zeugs geht.

Ich finde das geradezu unverschämt, denn ich werde quasi gezwungen, die Mail zu lesen, weil ich dann erst entscheiden kann, ob sie einer sofortigen Antwort bedarf, oder, ob ich sie liegen lassen kann, bis mehr Zeit ist. Selbst in den Management Trainings und Assessment Centern dieser Welt hat man wenigstens einen hilfreichen Betreff, wenn man unter Zeitdruck ein überquillendes Postfach nach Prioritäten sortieren muss. Keinen Betreff zu verwenden ist daher sogar etwas frech. Andererseits – ist ein Betreff, ein aufschlussreicher noch dazu, denn überhaupt Pflicht?

Pflicht sicherlich nicht. Es würde mir als Empfänger jedoch zumindest signalisieren, dass ich fünf Sekunden mehr Zeit wert bin. Zeit, die sich der Versender nimmt, um sie mir zu sparen. Aber … vielleicht hat der Sender der Nachricht unter massivem Zeitdruck gestanden? Vielleicht sitzt er vor einer tickenden Zeitbombe und muss JETZT SOFORT von mir wissen, ob er den blauen oder roten Draht durchschneiden soll. 17, 16, 15, 14, … klar, da spart man sich den Betreff. Aber so war es bei mir in keinem Fall. Außerdem ist Email dann doch eher das falsche Medium.

Mein Berufsleben, insbesondere Absprachen für Vorträge und Termine, wickele ich meist per Email ab. Ein schnelles Auffinden alter Mails ist daher essentiell. Deshalb füge ich bei Emails ohne Betreff diesen nachträglich ein. Nicht etwa, indem ich mir die Mail selbst weiterleite, denn dann stimmt der Absender nicht mehr. Nein. Ich nutze ein Tool, mit dem ich im Postfach die Header-Angaben verändern kann. Damit sieht es so aus, als wäre die Email schon immer mit einem Betreff ausgestattet gewesen.

Und falls sich mal einer beschwert, dass ich auf eine solche Mail nicht geantwortet habe: Dann ändere ich mit dem gleichen Programm einfach das Eingangsdatum der Mail und „beweise“ dem Absender, dass diese ja erst vor wenigen Minuten in meinem Postfach ankam. Betreff-er, versenkt!

 

4 Kommentare zu “Betreff:

  1. Ja, das Problem kenne ich auch nur zu gut!
    Ich bearbeite täglich ca. 50-100 Mails, in denen
    im Betreff sozusagen ein „Zauberwort“ stehen muss,
    damit mein Mail-Programm mir ein Popup (per Regel)
    zeigt damit ich die Mail „möglichst schnell“ bearbeite.
    Wird das „Zauberwort“ im Betreff vergessen, lese ich
    die Mail vermutlich erst kurz vor Feierabend – und dann
    ist es eben zu spät *ätsch* ;-)

  2. Sehr beliebt auch die Varianten „von [hier beliebigen Namen eintragen]“, oder „wie besprochen“ (dann kein weiterer Inhalt, sondern nur ein Anhang)

    Über diese Mails freut sich auch immer mein Spamfilter.

  3. „Vielleicht sitzt er vor einer tickenden Zeitbombe und muss JETZT SOFORT von mir wissen, ob er den blauen oder roten Draht durchschneiden soll. 17, 16, 15, 14, … klar, da spart man sich den Betreff.“

    Da würde ich mir den Inhalt sparen und alles in den Betreff schreiben.

  4. ich hatte in letzter Zeit mehrere E-mails, in denen der gesamte Text (der ganze Auftrag) im betreff stand. Das ist auch nicht besser.

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