Bankräuber nutzen Infos aus diesem Blog

Wow! Mein Blog wird offenbar auch in Brasilien gelesen!

São Paulo: Wie das brasilianische Medienportal globo.com übereinstimmend mit dem britischen „The Register“ berichtet, versuchten Anfang April zwei Bankräuber die Banco do Brasil in Praia Grande auszurauben. Um die dort installierten Bewegungsmelder auszutricksen, nutzten Sie eine weitgehend unbekannte Technik, über die der deutsche Comedyhacker Tobias Schrödel im Mai 2014 in seinem Blog „Ich glaube, es hackt“ berichtete.

Die Bankräuber machten sich eine Unwissenheit der Sicherheitsabteilung der Bank zu nutze. Diese installierte im gesamten Gebäude Bewegungsmelder, fest im Glauben daran, dass diese Alarm schlagen, wenn sich Nachts im dann eigentlich leeren Tresorraum der Bank etwas bewegt. Was die Security-Truppe der Banco do Brasil nicht wusste: Bewegungsmelder erkennen überhaupt keine Bewegung!

Diesen Wissensvorsprung nutzten die Bankräuber aus. Sie erinnerten sich wohl an Schrödels Blogbeitrag vom 12. Mai 2014. Dort heißt es: „Dumm nur, dass ein PIR (Anm.d.Red.: Passiver Infrarot Sensor) eigentlich gar keine Bewegung messen kann. Er erkennt ausschließlich Temperaturunterschiede und wenn ein warmer Körper den Messbereich betritt, geht er einfach davon aus, dass da einer durchs Bild läuft. (…) Als Warnsystem gegen Vampire, Zombies und anderen kalte Körper sind diese Geräte jedoch völlig ungeeignet.

So wird der PIR Sensor ausgetrickstUm ihre Körpertemperatur vor den Sensoren zu verbergen, mussten die Einbrecher auf einen Trick zurückgreifen. Aus noch unbekannten Gründen schied das Mutieren in einen Zombie oder einen Vampir wohl aus, weshalb sich die Räuber einfach von Kopf bis Fuß mit Alufolie umwickelten. Ähnlich dem Prinzip einer Rettungsdecke reflektiert die Folie die Körperwärme nach innen.

Und zwar so gut, dass fast nichts nach außen dringt. Der Passive-Infrarot-Sensor im Bewegungsmelder in der Bank erkennt keine Temperaturschwankung und löst keinen Alarm aus. Was abenteuerlich klingt, hat das deutsche IT-Portal heise.de nachgestellt und in einem wissenschaftlich fundierten Test bestätigt.

Dass der Bankraub trotzdem scheiterte, lag an einer Unachtsamkeit der Täter. Sie vergaßen, dass mehrere Schutzmechanismen eingesetzt werden. In der Sicherheitszentrale konnten die Wachleute daher auf den Monitoren der Überwachungskameras klar und deutlich sehen, wie sich die in Alufolie gehüllten Gestalten den Weg zum Tresor bahnten – und lösten einfach manuell den Alarm aus. Da hätten die nun Flüchtigen besser auch Schrödels stern TV-Beitrag vom Februar dieses Jahres über verwundbare Überwachungskameras ansehen sollen. Dann hätten sie gewusst, wie man auch diese ausschalten kann.

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Bildnachweis: Policia Militar Divulgação

Ein Kommentar zu “Bankräuber nutzen Infos aus diesem Blog

  1. Hallo Tobias,
    …was ja zwangsweise bedeutet, dass Du Deinen Blog nun doch gezwungermaßen in mehrere Sprachen übersetzen musst! Schließlich ist den Sicherheitsbehörden und -kräften die Möglichkeit zu geben, auf die „fiesen“ und „hinterhältigen“ Tricks der Bankräuber und allen anderen kriminell motivierten reagieren zu können. Und man kann ja nun nicht verlangen, dass diese dafür extra unsere Sprache lernen ;-) Oder ?

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