256 Shades of Grey

Grau ist eine Mischung aus Hell und Dunkel, aus Schwarz und Weiß und gilt als Zwischenton. Manche Steuertricks befinden sich deshalb sprichwörtlich in einer GRAUzone – nicht illegal, aber irgendwie auch nicht in Ordnung. Das MorgenGRAUen symbolisiert den Übergang zwischen dunkler Nacht und hellem Tag. GRAUbrot wird aus hellem Weizen- und dunklem Roggenmehl gebacken. Und ist das Mischverhältnis zwischen Weiß und Schwarz nicht 1:1, entstehen verschiedenste Grautöne – Shades of Grey.

Ein Computer kann mit einem einzigen Byte (8 Bit) neben reinem Schwarz und Weiß sagenhafte 254 dieser grauen Zwischentöne darstellen. Stellen Sie sich acht Rohre (8 Bit) vor, aus denen schwarze oder weiße Farbe in einen großen Eimer (1 Byte) fließt. Jedes Rohr hat einen anderen Durchmesser und so fließt aus jedem immer genau doppelt soviel Weiß oder Schwarz, wie aus dem Rohr davor. 1 Liter pro Minute aus dem ersten Rohr, 2 Liter aus dem zweiten, 4 aus dem dritten und dann 8, 16, 32 und 64. Aus dem letzten Rohr, dem achten und dicksten, kommen ganze 128 Liter pro Minute. Lässt man alle Zuläufe eine Minute offen, wird jeder Eimer mit exakt 255 Litern gefüllt.

In dieser 8Bit-Darstellung trägt jedes Grau eine Nummer, die der Menge weißer Farbe im Eimer entspricht. Je höher die Zahl (auch Gradient genannt), desto heller das Grau. Fließt beispielsweise nur aus dem dritten (4l) und vierten (8l) Rohr weiße Farbe in den Eimer, befinden sich neben 243l Schwarz gerade mal 12l Weiß darin – der Grauton 12 ist deshalb Dunkel.

grautoene

Läuft hingegen weiße Farbe aus dem fünften (16l), siebten (64l) und achten (128l) Rohr, dann mischen sich 208l Weiß mit 47l schwarzer Farbe und erzeugen ein sehr helles Grau mit der Ordnungsnummer 208. Das ist fast schon Weiß (welches die Nummer 255 trägt, weil Null Liter Schwarz im Eimer sind).

TASPP. The Alex Schwarz Photographic ProjectsAch übrigens: Grau gilt in der Farbenlehre als “unbunte und reizarme Farbe”. Witzig, dass offenbar 50 dieser Grautöne als Buch und Kinofilm seit einigen Wochen für gerötete Pobacken sorgen und es in manchen Schlafzimmern bunter zugeht, als früher. Von “reizarm” mal ganz zu schweigen.

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